1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Wie die Kirchen für Gottesdienste wieder öffnen

Kirchen in der Region : Zum Gottesdienst mit Einlasskarte

Offiziell dürfen in den Kirchen ab dem 1. Mai Gläubige wieder zusammenkommen, um Gottesdienste und Messen zu feiern. Aber nicht alle Gemeinden bieten das an, und überall gelten Auflagen.

Einiges wird anders sein, wenn in der katholischen Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Willich am kommenden Wochenende wieder Gottesdienste gefeiert werden: Auf dem Boden von St. Katharina etwa sind Klebestreifen angebracht, damit die Abstandsregel eingehalten wird, die Plätze, auf denen die Besucher sitzen dürfen, sind gekennzeichnet, die Weihwasserbecken bleiben leer und statt der Gebetsbücher liegen Gebetszettel aus.

„Außerdem müssen die Gläubigen sich Einlasskarten in den Pfarrbüros holen“, erklärt Pfarrer Jürgen Lenzen, Leiter der GdG. So soll gewährleistet werden, dass nicht mehr Menschen in die Kirchen der GdG kommen, als erlaubt. Und die Besucher müssen einen Mundschutz tragen. „Es wird auch nicht gesungen“, sagt Pfarrer Lenzen. Die Kirchenmusiker seien aber anwesend, so dass das Orgelspiel den Gottesdienst begleite.

Anders als in Willich wird es in den katholischen Kirchen von Tönisvorst und Kempen am Wochenende keine Messfeiern geben. „Wir bieten stattdessen ab dem 11. Mai in unseren Kirchen zweimal in der Woche geistliche Impulse mit der Möglichkeit zum Gebet an“, sagt Andreas Bodenbenner, Gemeindereferent der GdG Kempen-Tönisvorst. Gottesdienste würden vermutlich erst im Juni stattfinden. „Wir sind noch in der Feinjustierung“, erklärt er.

In der Katholischen Kirchengemeinde St. Benedikt Grefrath werden ab dem zweiten Mai-Wochenende Gottesdienste angeboten, allerdings nur in den beiden großen Kirchen St. Laurentius Grefrath und St. Vitus Oedt. Und es gelten Sicherheitsregeln: „Ein- und Ausgang werden getrennt, es wird Desinfektionsspender geben und die Sitzplätze werden gekennzeichnet“, sagt Pfarrsekretärin Karin Spettmann. Mitarbeiter sollen die Besucher zu ihren Plätzen führen und darauf achten, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Die Termine für die Gottesdienste werden in den Schaukästen und auf der Homepage veröffentlicht, wo auch weiterhin jeden Sonntag um 10.30 Uhr ein Online-Gottesdienst besucht werden kann.

Die meisten evangelischen Kirchen öffnen nicht vor dem 10. Mai. „Wir werden am 10. Mai starten, warten allerdings noch auf konkrete Vorgaben, was dabei beachtet werden muss“, sagt Petra Schaller vom Büro der Emmaus-Gemeinde Willich. Fest stehe bisher lediglich, dass es eine Mundschutzpflicht gebe, nicht gesungen werden dürfe und nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern gestattet sei. „Wir werden auch nur in Willich öffnen, die Kirchen in Schiefbahn und Neersen bleiben geschlossen.“

Auch für Michael Gallach von der evangelischen Thomasgemeinde Kempen ist der 10. Mai der Wunschtermin für die Wiederaufnahme der Gottesdienste. „Dass wir nicht singen dürfen, ist allerdings tragisch, denn der 10. Mai ist der Sonntag Kantate, an dem mit Liedern der Jubel über die Erneuerung der Schöpfung ausgedrückt wird“, sagt der Pfarrer. Ob es am 10. Mai aber tatsächlich wieder Gottesdienste in Kempen gebe, stehe noch nicht fest. „Erst müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, die Sicherheit und Gesundheit der Menschen gehen vor.“

In Grefrath und St. Tönis gibt es noch kein Datum für die Wiedereröffnung der evangelischen Kirchen. „Wir sind im Gespräch, haben aber noch keinen Termin in Aussicht“, sagt der St. Töniser Pfarrer Christian Dierlich. „Unser Problem ist auch, dass die Kirche sehr klein ist, deshalb denken wir über alternative Formen nach.“ Die Wiederaufnahme der Gottesdienste müsse mit Vorsicht und Bedacht angegangen werden. „Was wir aber weiterhin anbieten, sind die Online-Andachten am Sonntag, die sehr gut ankommen.“

In der evangelischen Gemeinde Grefrath bleibt die Kirche geschlossen. „Es gibt so viele Regelungen, die bedacht werden müssen, hinzu kommt, dass unsere Pfarrerin erkrankt ist“, erklärt Andrea Esser vom Gemeindebüro in Grefrath. Zurzeit werde aber darüber nachgedacht, Telefonandachten anzubieten. Die evangelische Gemeinde Anrath-Vorst wird hingegen nach derzeitigem Stand am kommenden Sonntag Gottesdienste feiern: „In Vorst in der Kirche, in Anrath im Gemeindehaus“, sagt Gemeinde-Mitarbeiterin Birgit Ditges. Beide Räume dürften von bis zu 50 Menschen besucht werden. „Natürlich gelten aber auch bei uns strenge Sicherheitsauflagen“, erklärt Birgit Ditges.