Kricker-Stiftung Immer weniger Bewerbungen auf Schüler- und Studierenden-Stipendien

Willich · Nur zehn Schüler und Studierende haben sich 2022 auf Stipendien der Anrather Kricker-Stiftung beworben, alle wurden bewilligt. Der Stiftungsvorstand möchte nun aktiv für das Angebot werben.

 Annemarie Poos-Zurheide ist bei der Stadt für die Bearbeitung der Stipendienanträge zuständig.

Annemarie Poos-Zurheide ist bei der Stadt für die Bearbeitung der Stipendienanträge zuständig.

Foto: Wolfgang Kaiser

Deutlich in die Offensive gehen möchte der Vorstand der Dr.-Gottfried- und Sophie-Kricker-Studienstiftung, wie man am Mittwochabend bei der Vorstandssitzung in Anrath unter Leitung des Vorsitzenden Raimund Berg, Beigeordneter und Kämmerer der Stadt, beschlossen hat. Offensiver bewerben will man die Stiftung, weil die Zahl der Anträge auf Förderung zuletzt eher rückläufig war. Was schwer zu verstehen ist: Die Stiftung bietet Schülern und Studierenden Unterstützung von 300 Euro pro Semester, also 600 Euro pro Jahr oder 50 Euro pro Monat – was für Studierende in oft nicht üppiger finanzieller Situation eine Menge Geld sein kann.

Der verstorbene Ehrenbürger der ehemaligen Gemeinde Anrath, Bibliotheksrat Gottfried Kricker und seine Ehefrau Sophie, hatten durch letztwillige Verfügung bestimmt, ihr Vermögen zur Errichtung einer Studienstiftung zu verwenden.

Dass nicht mehr Anträge eingehen, führt der Vorstand hauptsächlich auf den mangelnden Bekanntheitsgrad der Stiftung zurück – und dem möchte man jetzt abhelfen: In Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen in Anrath sollen ansprechende Flyer zur Stiftung entwickelt und an prominenter Stelle auslegt werden. Zum anderen möchte man auch in den sozialen Netzwerken aktiv sein und in den Schulen „live“ informieren: Berg und Vorstandsmitglied Pfarrer Markus Poltermann werden in den passenden Stufen auf Stiftung und Möglichkeiten hinweisen.

Alle zehn Anträge für 2022 wurden positiv beschieden, zehn Studenten werden also mit 600 Euro für die beiden Semester 2022 gefördert. Für Informationen, Antragsbearbeitung und Schriftführung der Stiftung ist nach wie vor Annemarie Poos-Zurheide vom Bereich Zentrale Finanzen der Stadt zuständig; Stipendienanträge für das Jahr 2023 können eingereicht werden.

Nach dem Willen der Stifter erhalten ein Stipendium im Stadtteil Anrath wohnende oder geborene Schüler für den Besuch von Gymnasien (ab Klasse 11), sofern eine Unterbringung außerhalb der elterlichen Wohnung erforderlich ist, an Berufsfachschulen und Fachschulklassen, Abendgymnasien und Kollegs, sowie von Berufsaufbauschulen, Fachschul- und Fachoberschulklassen, deren Besuch eine abgeschlossene Berufsausbildung voraussetzt, sowie im Stadtteil Anrath geborene Studierende der Universitäten und Hochschulen. Auch Menschen, deren Geburt nicht in Anrath erfolgte, deren Eltern aber zu diesem Zeitpunkt nach den Unterlagen des Standes- oder Meldeamtes dort wohnten, sind geeignet.

Anträge kann man an den Stiftungsvorstand der Dr.-Gottfried- und Sophie-Kricker-Studienstiftung, Hauptstraße 6 (Schloss Neersen), 47877 Willich richten, Infos und Formulare auf www.stadt-willich.de (Kultur & Bildung – Schulen – Stipendien), und Annemarie Poos-Zurheide (02156 949170).