Tönisvorst: Weihnachten in Australien mit Barbecue und Shorts am Strand

Tönisvorst : Weihnachten in Australien mit Barbecue und Shorts am Strand

Etwa 360 Kilometer nördlich von Sydney kann es Weihnachten schon mal 35 Grad heiß werden. Für den Tannenbaum ist das tödlich. "Wir haben zwar jedes Jahr einen Baum, der auch mit Lametta, Kugeln und Lichterkette geschmückt wird, aber er hält sich nicht lange, weil es einfach zu heiß ist", erzählt Franz Wiemens.

Vor 15 Jahren wollte der Mann aus Laschenhütte den fernen Kontinent auf der anderen Seite der Erde bereisen und dann wieder zurück nach Hause kommen. Aber er lernte Jen kennen, eine waschechte Australierin — und blieb. Heute hat die Familie vier Kinder, die sich am Morgen des 25. Dezembers auf der Terrasse versammeln, um mit dem traditionellen Weihnachtsfrühstück "Ham und Eggs", Schinken und Eier, in die Festtage zu starten.

"Nach dem Frühstück gibt es die Bescherung", schildert der 45-Jährige das Ritual. Freunde kommen vorbei, Nachbarn. Irgendwann wird der Grill herausgeholt und das Barbecue kann beginnen. "Schweinebraten und Knödel passen einfach nicht zu einem Weihnachtsfest im Sommer", sagt der Auswanderer, der lieber Garnelen auf den Grill legt und dazu ein kühles Bier trinkt.

"Ganz klassisch für ein australisches Weihnachtsfest ist es, nachmittags an den Strand zu gehen", erzählt Franz Wiemes. In seiner Familie gehört außerdem eine Wasserschlacht im Garten traditionell zum Fest dazu.

Franz Wiemens genießt sein Leben in Australien und ist längst angekommen, auf der anderen Seite der Erde. Die Weihnachtsgefühle allerdings sind auf der Strecke geblieben. "Ganz ehrlich: Wenn Du auf nackten Füßen und in Shorts unterwegs bist, kommt keine Weihnachtsstimmung auf." Und selbst die Plätzchen, die seine Cousine ihm jedes Jahr im Dezember aus Deutschland nach Down Under schickt, schmecken im australischen Hochsommer einfach nicht so gut wie am kalten Niederrhein.

Sehr schön findet der Auswanderer den australischen Brauch, die Häuser von außen mit etlichen Lichterketten und weihnachtlicher Dekoration zu schmücken. "Es gibt Karten, auf denen die Straßen eingezeichnet sind, die die schönste Dekoration haben", erzählt der 45-Jährige. Und da es im australischen Sommer früh dunkel wird, fahren viele Familien abends durch diese Straßen, um den aufwendigen Hausschmuck zu bewundern.

Mit Silvester enden die Feiertage auf der anderen Erdseite. "Dann gibt es abends um neun ein unglaubliches Feuerwerk", erzählt Franz Wiemes. Die Australier selber können keine Knaller und Raketen kaufen, das übernehmen die Städte. "Alle Leute versammeln sich an einem zentralen Platz, die Kinder sind dabei, die alten Leute, es wird gepicknickt und erzählt und dann schauen wir zwanzig Minuten lang zum Himmel und feiern das neue Jahr", berichtet der Tönisvorster.

(WS03)
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