1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Stadt Willich: Wasserwerk-Umbau beginnt

Stadt Willich : Wasserwerk-Umbau beginnt

Mit einiger Verzögerung starten im Frühjahr die Arbeiten am alten Wasserwerk im Stahlwerk Becker. Dem Investor war zwischenzeitlich ein anderes Projekt dazwischen gekommen. Ein Hauptmieter steht noch nicht fest.

Eigentlich sollte das alte Wasserwerk im Stahlwerk Becker schon umgebaut sein. Das war zumindest die Vorstellung von Architekt Dr. Burkhard Schrammen, als er das Projekt vor ziemlich genau einem Jahr im Rathaus im Schloss Neersen vorstellte. Dem Investor sei in der Zwischenzeit aber ein anderes Projekt dazwischen gekommen, erklärt der Mönchengladbacher Architekt. "Jetzt geht es aber los", versichert Schrammen.

Rund 1,6 Millionen Euro steckt der Investor, mit dem Schrammen bereits andere Projekte realisiert hat und der lieber im Hintergrund bleiben möchte, in den Umbau der wohl markantesten Ruine im Gewerbegebiet Stahlwerk Becker. "Der Bauantrag ist fertig", sagt Schrammen, "wir gehen davon aus, dass wir ihn noch in diesem Monat einreichen können." In den kommenden Tagen soll zudem das Baustellenschild auf dem Gelände platziert werden.

In einem ersten Schritt wird der denkmalgeschützte Bestand des Wasserwerks gesichert und saniert. Das soll im April beginnen. Im Mai sollen bereits die Rohbauarbeiten starten. "Die Mieteinheiten sollen Ende des Jahres fertig sein", kündigt Schrammen an. In individueller Absprache mit den Mietern erfolge dann der weitere Ausbau. Das gesamte Gebäude wäre dann im Frühjahr 2011 fertig und für die Mieter bezugsreif.

  • Stadt Willich : Druck auf Wasserwerk-Investor
  • Stadt Willich : Kein Ambulatorium im Stahlwerk Becker
  • Völlig zerstört wurde das Auto, der
    Schwerer Unfall in Willich : Auto prallt auf Venloer Straße frontal auf Lkw

Rund 750 Quadratmeter Nutzfläche stehen im industriellen und historischen Ambiente zur Verfügung. Die ursprünglich angedachten transparenten Erweiterungsbauten sind aus den Plänen erst einmal gestrichen worden. Hinsichtlich der Vermarktung machen sich Investor und Planer wenig Sorgen. "Das alte Wasserwerk ist das Schmuckstück der gesamten Anlage", schwärmt Schrammen. Lage, Anbindung und die gut entwickelte Umgebung seien deutschlandweit bekannt.

Einen Hauptmieter gibt es zwar noch nicht, wohl aber Anfragen für Teilflächen – von Willicher Firmen ebenso wie von Unternehmen aus dem Umland. "Die Nachfrage nach Gewerbeflächen ist allgemein im letzten Quartal des abgelaufenen Jahres deutlich gestiegen", hat Schrammen beobachtet. Vor Jahresfrist hatte als Hauptmieter ein bekanntes Unternehmen aus dem Textilbereich starkes Interesse an dem Objekt gezeigt. Wegen der konjunkturellen Entwicklung im vergangenen Jahr hatte sich das Unternehmen aber Bedenkzeit bis zum Jahresende erbeten – auch ein Grund für den verzögerten Start der Arbeiten. Ob das Unternehmen nach wie vor als Hauptmieter in Frage kommt, sei noch unklar, so Schrammen. Der Investor werde alle Anfragen sorgfältig prüfen und dann entscheiden. Auch eine gastronomische Nutzung sei denkbar.

Grundsätzlich könnte vom nun anstehenden Umbau des alten Wasserwerks eine Art Signalwirkung für die übrigen Gebäude im Stahlwerk ausgehen. Der Investor hat bereits deutliches Interesse an der benachbarten Halle 4 gezeigt. "Dort stünden fast 9000 Quadratmeter zur Verfügung", sagt Schrammen. "Bevor da investiert wird, müsste aber ein Hauptmieter gefunden werden." Ein frisch umgebautes Wasserwerk nebenan wäre dabei für Investor und Planer die beste Referenz.

(RP)