1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Was die neue Begegnungsstätte in Schiefbahn bietet

Nach zweijähriger Umbauphase : Was die neue Begegnungsstätte in Schiefbahn bietet

Zwei Jahre wurde sie umgebaut, nun ist die Begegnungsstätte in Schiefbahn heller, geräumiger, moderner. Sie soll ein Ort der Zusammenkunft für ältere Menschen sein, an dem sie die Einsamkeit der Pandemie überwinden und neue Interessen finden.

In der intensiven, zweijährigen Phase der Pandemie wurde Begegnungsstätte umgebaut, nun gibt es in Schiefbahn einen helleren, moderneren und geräumigeren Ort der Zusammenkunft für ältere Menschen. „Alle fühlen sich sehr wohl in unserem schönen Domizil, wir haben viel Lob und positive Rückmeldungen von den Besuchern bekommen“, freut sich Leiterin Melina Friedrich. Zu Beginn des Jahres ist die Begegnungsstätte in die neuen, alten Räumlichkeiten an der Hochstraße gezogen. Hier verfügt sie nun durch einen Anbau über einen zusätzlichen großen Gruppenraum mit bodentiefen Fenstern, neue Möbel, eine größere modernere Küche, einen barrierefreien Zugang, neue Toiletten, mehr Lagerräume,  und neue Büros für die hauptamtlichen Mitarbeiter. Für den Umbau konnten Fördermittel von Bund und Land genutzt werden. Geplant wurde die neue Begegnungsstätte an alter Stelle, die Gestaltung und Einrichtung gemeinsam mit der Seniorenstelle der Stadt. Eine offizielle Eröffnungsfeier ist für den Sommer vorgesehen.

  Die Küche wurde modernisiert und mit neuen Elektrogeräten ausgestattet.
Die Küche wurde modernisiert und mit neuen Elektrogeräten ausgestattet. Foto: Melina Friedrich
  • Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP).
    Minister beteiligt sich nicht an Russland-Boykott : Lindners umstrittenes Verhalten
  • Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) ist bei
    Brisantes G20-Treffen in Washington : Als der Russe spricht, verlassen viele Kollegen den Raum – Lindner bleibt sitzen
  • Die Zahl der Senioren, die mit
    Immer mehr Pedelec-Unglücke im Kreis Kleve : 90-jähriger Duisburger stirbt nach Pedelec-Unfall in Rheurdt

Während der Bauphase hatte die Begegnungsstätte ihre Arbeit im „Leuchtturm“ der katholischen Kirchengemeinde St. Hubertus fortsetzen können, andere Gruppen konnten sich im alten Rathaus treffen. „Wir sind der Pfarrgemeinde sehr dankbar, dass sie uns ihr Pfarrjugendheim zur Verfügung gestellt hat“, betont Christian Schrödter, Vorstand des regionalen Caritasverbandes, der Träger der Begegnungsstätte ist. Aber natürlich, sagt Friedrich, habe man nun wieder ganz andere Möglichkeiten, wurde der Leuchtturm doch auch von Jugend- und Tanzgruppen genutzt. „Nun können wir auch am Wochenende wieder über Räume verfügen.“

Hinzu kam die nicht nur für Kinder, sondern auch für Ältere entbehrungsreiche Corona-Zeit, die die Angebote weiter begrenzte und einen Stück Alltag und Geselligkeit für die Senioren wegbrechen ließ. „Viele haben das sehr vermisst, zusammenzukommen, waren aber auch ängstlich, und es hat nun auch einige Zeit gedauert, bis sie sich wieder getraut haben, zu Gruppentreffen mit mehreren Menschen zu gehen“, sagt Friedrich. Man habe nun aber seit einigen Wochen wieder einen „sehr großen Zulauf“, die Freude sei bei den Senioren groß, mit einem guten Gefühl unter Menschen zu gehen. So waren die jetzt ins Programm aufgenommenen Gruppen „Geistig fit im Alter“ und „Gedächtnistraining“ schnell komplett ausgebucht. Auch das gemeinsam mit dem TV Schiefbahn durchgeführte samstägliche Angebot „Bewegung im Alter“ ist schon gut nachgefragt. Zwar sei die Pandemie noch nicht vorbei, man bemühe sich aber, für die Angebote sichere Rahmenbedingungen zu schaffen, habe etwa die Maskenpflicht abseits des Platzes beibehalten, lüfte regelmäßig, versuche auf die Befindlichkeiten einzugehen, zu hören, was den Senioren wichtig ist, sagt die Leiterin. Die meisten von ihnen seien dreifach geimpft.

 Die Gemeinschaftsräume haben neues Mobiliar bekommen.
Die Gemeinschaftsräume haben neues Mobiliar bekommen. Foto: Melina Friedrich

„Mit unserem Mix aus bewährten und neuen Angeboten ziehen wir sowohl viele treue Besucher als auch neue Interessenten an“, berichtet Melina Friedrich. Die Begegnungsstätte solle ein Ort sein, der Senioren einlade, sich mit Menschen auszutauschen, die ähnlichen Interessen haben, gesellig statt einsam älter zu werden. „Viele unserer Angebote vermeiden letztendlich Einsamkeit, wenn die Leute sich entscheiden, zu uns zu kommen“, sagt Friedrich. Für jeden sei eine Gruppe dabei, sagt Friedrich.

Und wenn der Bedarf nach einer Beschäftigung da ist, zu der es noch keine Gruppe gibt, helfen Friedrich und ihre Kollegen, Interessenten zusammenzuführen und eine Gruppengründung zu begleiten. Wie die neue E-Bike-Gruppe. Zwar gibt es bereits mehrere solcher Gruppen, aber die sind bereits voll. Nach einem Auftakttreffen wurden Kontakte ausgetauscht, der Mittwoch als Tourentag festgelegt, eine ehrenamtliche Leitung bestimmt. 40 Ehrenamtler gibt es bereits.

Beliebt ist auch der neue „Service-Mittwoch“. Jeden Mittwochnachmittag gibt es hier Unterstützung zu Fragen des Älterwerdens sowie Hilfe zur Selbsthilfe: Regelmäßig finden etwa die Digital-Sprechstunde und das Repair-Café statt, außerdem können die Besucherinnen und Besucher eine Formularhilfe sowie Sprechstunden der Senioren- und Pflegeberaterin sowie des Behindertenbeauftragten nutzen. Aber auch zur formlosen Geselligkeit bietet die Begegnungsstätte Raum. Sie ist werktags von 14 bis 18 Uhr zum offenen Treff geöffnet. Dann trifft man sich zum Klön-Café, zum Handarbeiten, Karten- oder Bingospiel. Darüber hinaus verabreden sich in der Zeit von 9 bis 21 Uhr vielfältige Gruppen zu gemeinsamen Aktivitäten, wie Wandern, Malen oder Nähen. Denn die Gruppentreffen sind auch unabhängig von den Öffnungszeiten möglich.