Stadt Willich: Waldorf-Kindergarten erhält Neubau

Stadt Willich : Waldorf-Kindergarten erhält Neubau

Am Rande eines Naturschutzgebietes in der Nähe des Stahlwerkes Becker entsteht der Neubau des Willicher Waldorf-Kindergartens. Er ersetzt ab 2014 das seit 28 Jahren genutzte denkmalgeschütze Gebäude an der Bahnstraße.

Einen Pferdestall soll er bekommen, der Neubau des Waldorf-Kindergartens Christian Morgenstern in Willich. Das wünschen sich jedenfalls die Kinder, die die derzeitige Einrichtung an der Bahnstraße besuchen. Sie haben dem Geschäftsführer der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft für den Kreis Viersen (GWG), Dieter Thelen, eine Serie von Bildern gemalt, wie sie sich ihre neue Einrichtung vorstellen. Aus dem Pferdestall wird wohl nichts, aber sicher ist: Der Neubau kommt. Die GWG als Investor wird die neue Kindertagesstätte errichten. Entsprechende Verträge haben die Wohnungsbaugesellschaft und der Trägerverein des Kindergartens jetzt unterzeichnet.

Der nach der Waldorf-Pädagogik arbeitende eingruppige Christian-Morgenstern-Kindergarten hat in dem denkmalgeschützten Bauernhof an der Bahnstraße, den er seit 28 Jahren nutzt, keine Erweiterungsmöglichkeit mehr. Er wird aber eine zweite, für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren geeignete Gruppe (U3) einrichten. Deshalb muss ein Neubau her. Der wird an der Rohrzieherstraße am Rande des Stahlwerks Becker in der Nähe des Jugendzentrums der Pfarre St. Katharina entstehen. Das Grundstück grenzt an ein Naturschutzgebiet, das die Kinderfür Erkundungsgänge in die Natur nutzen wollen.

Auf dem fast 1400 Quadratmeter großen Grundstück wird die GWG im nächsten Jahr mit dem Bau eines neuen Kindergartens beginnen. Er soll bis 2014 fertiggestellt sein. "Mit einem großzügigen Raumkonzept, einer besonderen Architektur und einem großen Garten wird der neue Kindergarten sicherlich allen Ansprüchen gerecht.", sagt der geschäftsführende Vorstand der GWG, Diether Thelen anlässlich der Unterzeichnung des Mietvertrages im Waldorf-Kindergarten an der Bahnstraße. Ansgar Giebeler und Klaus-Jürgen, Vorstandsmitglieder des Trägervereins, sind erfreut, dass mit der Vertragsunterzeichnung ein wichtiger Meilenstein im Neubauprojekt geschafft wurde.

Der Trägerverein, der den Naubau von der GWG mieten wird, kann die Kosten für den Neubau nicht alleine tragen. Wie der Verein mitteilt, sei nur durch das besondere Entgegenkommen der GWG und der Unterstützung der Stadt Willich die Umsetzung dieses Neubauprojektes möglich geworden. Der Trägerverein wird die Einrichtung und das Außengelände finanzieren. Die Stadt Willich wird nach einstimmigem Beschluss des Jugendhilfeausschusses 20 Jahre lang monatlich bis zu 1954 Euro Mietkostenzuschuss zahlen. Über 20 Jahre gerechnet summiert sich der freiwillige Zuschuss auf knapp eine halbe Million Euro. "Mittlerweile ist der Waldorf-Kindergarten in der Trägervielfalt der Stadt Willich nicht mehr wegzudenken und ein fester Bestandteil der örtlichen Kindergarten-Landschaft.", sagt die Beigeordnete der Stadt Willich Brigitte Schwerdtfeger.

Die Stadt setzt in der Kindergartenversorgung auf eine Trägervielfalt. Von den derzeit 22 Kindergärten in der Stadt ist die Hälfte in Trägerschaft der Stadt, die elf anderen sind in freier Trägerschaft, unter anderem von Kirchen, Initiativen und Verbänden. Ein weiterer Kindergarten kommt demnächst noch hinzu. Zwischen Gewerbegebiet Münchheide und dem Stahlwerk Becker wird ein betriebsnaher Kindergarten eröffnen. Der Betreibervertrag wurde jüngst unterzeichnet.

Auch wenn aus dem von den Kindern geforderten Pferdestall im Kindergartenneubau nichts wird, verspricht Dieter Thelen den Jungen und Mädchen, viele ihrer Wünsche umzusetzen. Zugleich ermuntert er die Kinder, regelmäßig die Baustelle zu besuchen, um sich über den Fortgang der Arbeiten zu informieren. FRAGE DES TAGES

(RP)