Stadt Willich: Wahlefeldsaal: Ein Tunnel als Lösung?

Stadt Willich : Wahlefeldsaal: Ein Tunnel als Lösung?

Die Neersener St. Sebastianus-Bruderschaft will ein neues Lärmgutachten zum Wahlefeldsaal in Auftrag geben. Sie will prüfen lassen, ob der Eingang auf die gegenüberliegende Seite verlegt und mit einem Tunnel überbaut werden kann.

"Krisengipfel" im Büro des Bürgermeisters wegen des Wahlefeldsaals am Donnerstagabend. Und Josef Heyes fasste am Freitag das Ergebnis zusammen: "Es soll jetzt alles unternommen werden, um den Wahlefeldsaal auch für die Vereine und Gemeinschaften zu erhalten." Jetzt ist erst einmal wieder die St. Sebastianus Bruderschaft am Zug, die auf dem Weg zu einer neuen, dann hoffentlich rechtssicheren Baugenehmigung wahrscheinlich im Januar als Eigentümer des Saales ein neues Lärmschutzgutachten in Auftrag geben wird. Und es wurde dabei von den Schützen eine "Tunnellösung" präsentiert.

Eine Anwohnerin des Wahlefeldsaales hatte gegen die Stadt geklagt und eine von ihr erteilte Baugenehmigung angefochten, die es der Bruderschaft erlaubte, den Saal für Veranstaltungen anderer Vereine oder für Feiern von Privatleuten zu vermieten. Die Anwohnerin beklagte sich über Lärmbelästigung. Bei der jüngsten Niederlage der Stadt vor dem Verwaltungsgericht Münster hatte die Kammer insbesondere von viel zu hohen Lärmwerten gesprochen, die die Besucher gerade draußen nach 22 Uhr verursachten.

Jetzt stellte die Bruderschaft, die unter anderem mit ihrem Präsidenten Dr. Robert Brintrup, Ehren-Präsident Manfred Gumbinger und dem Ehren-Brudermeister Peter Vennen bei dem Gespräch vertreten war, eine überraschende Lösungsvariante vor: Der Parkplatz bleibt gesperrt, der Eingang zum Wahlefeldsaal, der sich vom Parkplatz aus gesehen an der rechten längswand des Saales befindet, wird auf die andere Seite verlegt, und für die Besucher des Saales wird als Zuwegung ein auch oben verschlossener überirdischer Tunnel gebaut. "Ähnlich wie ein Tigergang im Zirkus", erklärte Robert Brintrup.

Am Krisengipfel nahm die Verwaltungsspitze, also auch der Erste Beigeordnete Willy Kerbusch und die Technische Beigeordnete Martina Stall teil, außerdem Vertreter von FDP und den Grünen sowie der Vorsitzende der "Schlossgeister", Detlev Nicola. Und da sowohl Nicola als auch Robert Brintrup Ratsherren der SPD beziehungsweise CDU sind, waren auch die anderen Fraktionen vertreten. Josef Heyes sagte, es bestehe bei allen Beteiligten Einigkeit darüber, "alles zu unternehmen, dass das kulturelle wie gesellschaftliche Leben in Neersen nicht den Bach runtergeht."

"Wir schauen uns jetzt erst einmal nach einem infrage kommenden neutralen Gutachter um, vielleicht nehmen wir den TÜV", sagte am Freitag Robert Brintrup. In seiner Einschätzung über den Fortbestand des Schützen- und Bürger-Saales ist er sehr zurückhaltend. "Wir warten das alles jetzt mal ab", sagte er. Bei der Jahreshauptversammlung der Bruderschaft am 13. Januar sollen die Schützen offiziell beraten, wie es weitergeht.

Bürgermeister Josef Heyes, der im Januar zu einem weiteren Gespräch einladen wird, geht davon aus, dass das Technische Dezernat den Schützen aus baufachlicher Sicht beratend zur Seite steht. Auch die Schadenersatzansprüche der Bruderschaft, die bei mehr als 50 000 Euro liegen, wurden angesprochen. "Wir haben dies jetzt an den Gemeindeversicherungsverband weitergeleitet", sagt Heyes. Robert Brintrups Kommentar dazu: "Unbefriedigend."

(RP/ac)