Stadt Willich Vollzugsbeamte beklagen viele Überstunden

Stadt Willich · Wenn die beiden neuen Vollzugsgebäude für die Justizvollzugsanstalt (JVA) I in Anrath fertig sind, werde diese auch zahlenmäßig zur ersten Liga der Gefängnisse in Nordrhein-Westfalen gehören. Das sagte am Donnerstag Justizminister Thomas Kutschaty beim Besuch der Anstalt.

 Minister Thomas Kutschaty mit JVA-Leiterin Beate Peters.

Minister Thomas Kutschaty mit JVA-Leiterin Beate Peters.

Foto: Kaiser

Von der Qualität des Vollzuges her gehöre die Anstalt schon jetzt dazu. Dass dieser allerdings nur unter erschwerten Bedingungen angesichts der alten, nicht mehr zeitgemäßen Gebäude erfolge, räumte der Minister ein. Er besuchte die Willicher JVA als vorletzte von den 37 Haftanstalten im Lande, um sie kennen zu lernen. Weil in diesem Jahr ein neues Strafvollzugsgesetz verabschiedet werden soll, wolle er da nicht nur vom grünen Tisch aus herangehen, sondern mit Häftlingen, dem Personal und dem Anstaltsbeirat sprechen.

Wenn Ende 2015 die Bauarbeiten für zwei neue Hafthäuser beginnen und schließlich annähernd 770 Männer in Anrath inhaftiert werden können, soll auch die Zahl der Justizbeschäftigten in Willich steigen. Nach Angaben von Karl Eberhard Löhmer, Referatsleiter für Logistik im NRW-Justizministerium, soll in der Regel ein Mitarbeiter zwei Gefangene betreuen. Landesweit gebe es 8500 Beschäftigte im Strafvollzug. In den Haftanstalten Willich I und II gibt es nach Angaben von Beate Peters, Leiterin der JVA I, derzeit 215 Beschäftige im Allgemeinen Vollzugsdienst.

Thomas Leesker vom Personalrat der JVA Willich I, mit dem Minister Thomas Kutschaty am Donnerstag auch zusammenkam, erhofft sich, dass im Strafvollzug "die Personaldecke aufgestockt wird, damit wir von den Überstunden herunterkommen". Im Durchschnitt gebe es im allgemeinen Vollzugsdienst in der JVA in Willich 109 Überstunden pro Bedienstetem.

(chh)
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