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Viele Besucher beim Anrather Zug

Anrath : „Aach Blenge“ machen noch nicht schlapp . . .

Der Anrather Tulpensonntagszug bot eine bunte närrische Mischung.

Schon früh machten sich die Jecken auf die Socken. Alleine rund 1200 junge Leute dürften es gewesen sein,  die am frühen Mittag von Alt-Willich kommend zielgerichtet die Anrather Ortsmitte ansteuerten. Insgesamt dürften es locker weit über 10.000 Besucher gewesen sein, die beim 50. Tulpensonntagzug der „Aach Blenge“ dabei sein wollten.

    Zählt man die drei Aufräum- und Kehrfahrzeuge am Ende des närrischen Lindwurms dazu, waren es insgesamt 50 Formationen, die unterwegs begeistert empfangen worden. Angefangen von den musizierenden Landsknechten aus Bochum – sie waren eine von drei Kapellen –  bis zur 15-jährigen Willicher Jugendprinzessin Andrea I. (Meyer), die mit ihrer Begleitung die Kamelle um sich warf.

     Es waren vor allem einige bezaubernde Fußgruppen, die auffielen. Allen voran die einst von Heike Ekanas und Andreas Schmitt mitgegründeten „Allee-Vampire“, die im zwölften  Jahr mitzogen und  sich diesmal als Bäume ausstaffiert hatten. „Lieber Bäume jeck, als Bäume weg“, meinte die Gruppe in Anspielung auf die Abholzungen im Hambacher Forst. Sie schleppten sogar sehr junges „Buschwerk“ mit: Maya war erst vier, Florian sechs Jahre alt.

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Aber auch orangefarbene „Salatschubser“, die Pinguin-Herde oder Horde der Viktoria-Fußballer, fielen neben den erstmals mitziehenden jüngeren und älteren Gartenzwergen der Elterninitiative des Anrather Kindergartens 84 auf.

    Udo Kurth fuhr den 83 Jahre alten Lanz Bulldog. Im Schlepp war der Jubiläumswagen des Veranstalters. Die Jecken, so Ralf und Dagmar Fassbender, hatte sich die Kostüme der vergangenen fünf Jahrzehnten übergezogen, gab auch das Motto des Zuges preis: „50 Jahre kurz und knapp, Aach Blenge machen lang noch nicht schlapp…“

   Auf 50 Jahre hatte es auch die Schiefbahner KG „Torfmöps“ gebracht. Die große goldene Abordnung hatten auf ihrem bunten Wagen den Prädikatswein dabei, natürlich Jahrgang1968, das Jahr ihrer Gründung.

    Alle ließ man bei dem Streifzug hochleben, orientalische Bauchtänzerinnen ebenso wie Clowns, Feen, Flamingos, Skelette, Wikinger,   summende Bienen oder der Freundeskreis „Jeck & Durstig“ mit seinen 50 verschiedenen Kostümen aus der Disney-Welt- Mittendrin und ebenso ausgeflippt: die Gruppe der „Doesköpp“.

    Monique, Tobias oder Moritz waren zwar erst 31, 32 beziehungsweise 38 Jahre alt, aber im Nu gealtert: die „Echten Freunde“ waren als freilaufende Rentner auf einer Kaffeefahrt! Eine Wandergruppe vergnügte sich in einem Piratenschiff, hatte sogar als so einer Art Beiboot ein Blumenlädchen dabei, aus dem die Zaungäste versorgt wurden.

  Die Zugleitung mit Frank Klingen und Markus Herold hatte alles bestens im Griff, wie Polizei und DRK. Mancher junge Besucher  hingegen wohl nicht so sehr, denn schon früh mussten die ersten jungen Leute infolge übermäßigen Alkoholgenusses betreut werden.  Es hielt sich aber  insgesamt in Grenzen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Tulpensonntagszug in Anrath 2019