Verbrannter Igel in Willich gefunden - am Spielplatz Industriestraße

Tierquälerei : Schon wieder ein verbrannter Igel in Willich gefunden

In Willich wurde am Mittwochmorgen wieder ein verbrannter Igel gefunden. Laut Polizei fand eine Frau das verletzte Tier gegen 9.30 Uhr in einem Papierkorb auf dem Spielplatz an der Industriestraße in Nähe des dort verlaufenden Radwegs. Die Dame machte einen Spaziergänger auf den Fund aufmerksam, der den Igel barg und in die nahegelegene Kleintierpraxis Bahnstraße brachte.

„Das junge Igelweibchen war sehr geschwächt, ausgehungert und ausgetrocknet. Es hat wahrscheinlich schon einige Stunden dort gelegen“, so Tierärztin Dr. Karin Marquis im Gespräch mit unserer Redaktion. Sie sei jedoch verhalten optimistisch, dass das Tier überlebe, da nur die Stacheln angebrannt seien. Zu hoffen sei allerdings, dass der Igel keine Rauchvergiftung erlitten habe. In der Praxis wurde das Igelweibchen unter Rotlicht zum Wärmen gelegt und wird nun aufgepäppelt.

Die Kripo bittet um Hinweise: Wer hat an dem Fundort verdächtige Beobachtungen gemacht? Diese können sich durchaus auch auf den Vorabend oder die Nacht beziehen, da nicht genau bekannt ist, wie lange das verletzte Tier in dem Papierkorb gelegen hat. Bei verdächtigen Beobachtungen – besonders in den Grünanlagen in Willich – bittet die Polizei um sofortige Mitteilung unter der Rufnummer 110.

Seit 2013 wurden in Willich schon häufig verbrannte Igel gefunden – zuletzt im September vergangenen Jahres am Spielplatz Kantstraße. Verschiedene Organisationen haben Belohnungen für denjenigen ausgelobt, dessen Hinweise zur Ergreifung des oder der Täter führen. Die Tierschutzorganisation Peta beispielsweise hat 5000 Euro ausgelobt. Im Jahr 2013 hatten Tierquäler in Willich in den Sommermonaten an verschiedenen Orten mindestens 15 Igel durch Anzünden getötet. Auch in den Jahren 2015 und 2017 waren aus Willich einzelne Fälle bekannt geworden, bei denen Igel in Abfallbehältern angezündet worden waren. Im vergangenen Jahr wurden der Polizei zwei Fälle bekannt, eines der Tiere hat überlebt. Zudem wurde 2018 auf dem Rewe-Parkplatz in Alt-Willich ein totes Kaninchen mit Brandspuren gefunden, wobei nicht klar ist, ob es sich um den- oder dieselben Täter handelt. Die intensiven Ermittlungen aus dem Jahr 2013 hatten damals zwar einen möglichen Tatverdächtigen identifiziert, Beweismittel hatten die Ermittler jedoch nicht finden können. Der Verdächtige hatte die Igeltötungen bestritten.

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