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Tierquälerei: Rentner aus Willich muss Geldstrafe zahlen

Urteil : Tierquälerei: Rentner aus Willich muss Geldstrafe zahlen

Vor dem Krefelder Amtsgericht ist jetzt das Urteil gegen einen 64-jährigen Willicher gefallen. Der Rentner erhielt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eine Geldstrafe in Höhe von 3750 Euro (150 Tagessätze je 25 Euro).

Konkret hatte der nun Verurteilte laut Anklageschrift zwischen Herbst 2017 und März 2018 zwei Ponyhengste in einem abgedunkelten Stall, der den Tieren keine Auslaufmöglichkeiten bot, gehalten. Weidegang oder andere Möglichkeiten zur freien Bewegung erhielten die Ponys nicht.

Darüber hinaus sorgte der Willicher nicht dafür, dass die Vorderhufe der Tiere gepflegt wurden. Deshalb wuchsen diese unkontrolliert, sodass es zu „massiven, chronischen Veränderungen der Hufe durch ein gravierendes Längenwachstum der Hornanteile“ kam. Hieraus resultierten Ausformungsstörungen der Hufe und Veränderungen des Hufbeines. Aufgrund dessen sollen die beiden Hengste, die mittlerweile geschlachtet wurden, unter „starken, anhaltenden“ Schmerzen gelitten haben. Dies bestätigte auch eine als Sachverständige geladene Fachtierärztin: „Man kann sich das ungefähr so vorstellen wie eine Nagelbettentzündung beim Menschen.“ Die Hufe der Ponys seien wirklich massiv deformiert gewesen. Daher hätten sich die Tiere nicht artgerecht bewegen können. Die Gangart Schritt sei nur eingeschränkt möglich gewesen, Trab und Galopp seien ihnen gar nicht mehr möglich gewesen. Nach Meinung der Fachtierärztin habe der 64-Jährige die Hufe der Hengste „mindestens mehrere Monate“ lang nicht pflegen lassen.

Der angeklagte Rentner erklärte hingegen, es sei da nur um „wenige Wochen“ gegangen. Er habe sich wegen seiner Herzerkrankung nicht mehr richtig um die Tiere kümmern können: „Ich bemerkte den Zustand der Ponys zwar, wollte sie aber nicht abgeben, weil ich hoffte, dass es mir bald besser geht und ich sie dann wieder besser pflegen kann“, ergänzte der 64-Jährige.

In seinem Plädoyer betonte der Staatsanwalt, dass er den Einwand des Beschuldigten, er sei krank gewesen, nicht gelten lasse: „Sie hätten doch nur einen Tierarzt beziehungsweise Hufschmied anrufen müssen.“ Auch die Richterin sagte in ihrer Urteilsbegründung, sie könne nicht nachvollziehen, dass der Rentner nichts unternommen habe, obwohl er „das Elend doch bemerkte“. Den Tieren, die auf ihn angewiesen waren, sei es über einen langen Zeitraum richtig schlecht gegangen: „Und dafür sind Sie allein verantwortlich!“ Eine hohe Geldstrafe halte sie daher für angemessen.