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Tag der offenen Töpferei in Neersen: Elisabeth Könings-Schumann und Walter Könings zeigten ihre Werkstatt

Mehr als 500 Werkstätten machten mit : Tag der offenen Töpferei macht Lust aufs Handwerk

Beim Tag der offenen Töpferei konnten Besucher Elisabeth Könings-Schumann und Walter Könings in deren Neersener Werkstatt über die Schulter schauen. Deutschlandweit beteiligten sich mehr als 500 Keramikwerkstätten an der jährlichen Aktion.

Bei Elisabeth Könings-Schumann und Walter Könings ist der Frühling eingezogen. Im Garten blühen Hunderte von Blumen in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Dazwischen haben sich Fliegenpilze breit gemacht, und das nicht nur in der Kombination rot mit weißen Tupfen. Es gibt sie auch in blau mit bräunlicher Musterung. Allerdings sind die genauso wenig echt wie der Rest der blühenden Pracht. Es handelt sich um Produkte aus der Keramikwerkstatt des Neersener Ehepaars, das an der Kickenstraße 47 wohnt. Aber nicht nur der Garten präsentiert sich voller handgefertigter Keramik. In den Atelierräumen geht es weiter.

Türkisfarbenes Geschirr zieht die Blicke der Besucher auf sich. Die ausgefallene Glasur hebt sich deutlich ab. Da gibt es Keramik-Siebe genauso wie kleine und große Schüsseln als auch Teekannen. „Die Teekannen sind nicht nur optisch wunderschön. Sie tropfen nicht“, lobt Veronika van den Bongard, die schon seit Langem Besitzerin einer solchen Kanne ist und den „Tag der offenen Töpferei“ für einen Besuch in der Neersener Keramikwerkstadt nutzt. Einmal hinter die Kulissen schauen ist möglich.

Die Werkstadt ist eine von insgesamt über 500 Töpfereien, die für ein Wochenende ihre Türen öffnen und den Beruf mit all seinen Facetten präsentieren. „Uns ist dieser Tag wichtig, um das Handwerk Töpfern vorzustellen und neugierig auf diesen Beruf zu machen. Dass die Töpferei ein Lehrberuf ist, wissen die Wenigsten“, sagt Elisabeth Könings-Schumann. Wenn die Keramik-Designerin von ihrer Arbeit spricht, dann ist ihr die Begeisterung anzumerken. Seit 35 Jahren gehört ihr Herz der Keramik. Die gebürtige Duisburgerin startete nach einer Schaufenstergestalter-Lehre ein Keramik-Design-Studium an der Fachhochschule in Krefeld. Ein Praktikum innerhalb des Studiums in einer Töpferei in Baden-Baden wies ihr den Weg in die Keramik.

„Es ist eine kreative Arbeit. Ich bestimme selber, welche Form ich dem Ausgangsmaterial gebe, und erlebe eine Entstehung unter meinen Händen. Man schafft ein Unikat, das ich von der ersten Sekunde bis hin zum Verkauf begleite. Das ist für mich immer wieder etwas Besonderes“, beschreibt Elisabeth Könings-Schumann ihre Arbeit.

Seit 1991 leben und arbeiten sie und ihr Mann in Neersen. Wohnen, Atelier und Werkstatt sind unter einem Dach vereint. Wie es in der Werkstatt zugeht und aus dem Naturmaterial funktional durchdachte Gebrauchsgegenstände und Dekoelemente entstehen, können die Besucher ebenfalls erleben. Das Ehepaar ist nämlich auch an der Töpferscheibe anzutreffen.