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Straßen in Willich wegen Amphibienwanderung gesperrt

Sperrungen in Willich : Achtung, Krötenwanderung!

Wegen der milden Temperaturen hat die Amphibienwanderung bereits begonnen. Die Stadt Willich sperrt den Niersweg und den Part In der Donk.

Ab Montag, 17. Februar, prägt ein altbekanntes Bild den Niersweg in Neersen und den Bereich In der Donk in Anrath. Der Bauhof der Stadt Willich stellt Absperrbarken und Durchfahrtsverbotsschilder mit Informationstafeln auf: Es ist die alljährliche Amphibienwanderung.

Die Tiere beginnen mit dem Anstieg der Temperaturen, von ihren Winterquartieren aus zu den Laichplätzen zu wandern. Was früher im März oder teilweise sogar erst im April stattfand, hat sich mittlerweile durch die Wetterveränderungen nach vorne verschoben. 2019 begannen die Wanderungen ebenfalls schon im Februar. „In diesem Jahr sind wir dabei eine Woche früher als im vergangenen Jahr“, berichtet Udo Hormes vom Geschäftsbereich Stadt- und Landschaftsplanung der Stadt Willich.

Aktuell haben die schon warmen Tage die Kröten und Frösche bereits aus ihrem Winterschlaf geweckt und zur Wanderung animiert. Ab circa zehn Grad geht es los. Dazu kommt, dass sich die Nächte kaum abgekühlt haben und das feuchte Wetter mit dem Nieselregen die Tiere ebenfalls anspricht. Der von der Sonne gewärmte Asphalt kommt den Kröten und Fröschen entgegen. Die vom Wetterdienst angekündigten weiteren warmen Temperaturen lassen mit einer starken Zunahme der Wanderaktivität rechnen.

„Die Kröten und Frösche laufen im Prinzip überall. Aber es gibt Strecken, auf denen sie häufig anzutreffen sind und diese sperren wir dementsprechend ab, um die Amphibien zu schützen“, erklärt Udo Hormes. Dazu gehört der Niersweg. Er geht von der Landstraße Bökel ab und wird auf einer Strecke von einem Kilometer für den motorisierten Verkehr gesperrt. Radfahrer und Fußgänger können den Bereich aber nach wie vor nutzen. Das gilt auch für den Part des Wirtschaftsweges In der Donk. Er geht von der Hausbroicher Straße ab und führt entlang des dortigen Sees in die Donk hinein. Der Weg wird auf einer Strecke, die hinter den Anwohnern beginnt, bis zur nächsten Kreuzung abgeriegelt.

Die Stadt Willich lässt beide Bereich so absperren, das es zu keinen Einschränkungen für die Anlieger kommt. Sie alle können mit ihren Fahrzeugen ihre Häuser erreichen. „Früher haben wir auch den Bettrather Dyk gesperrt. Das brauchen wir nicht mehr, da sich der Verkehr dort relativiert hat, seitdem die Brücke über die Niers nur noch von Fahrradfahrern und Fußgängern genutzt werden kann“, sagt Udo Hormes.

Vor dem Hintergrund, dass die Amphibien aber auch auf anderen Strecken zu ihren Laichgewässern unterwegs sind, sollten motorisierte Fahrer generell Rücksicht nehmen. Die Tiere sind vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs. Tagsüber sind Kröten und Frösche weniger auf den Straßen anzutreffen. Unter anderem sind auch im Neersener und Schiefbahner Bruch aufgrund der dortigen Gräben, Teiche und Tümpel etliche Amphibien unterwegs.

Jedes Jahr werden trotz vieler Schutzmaßnahmen unzählige Amphibien von Fahrzeugen überfahren. „Die von uns aufgestellten Sperren sind so dringend erforderlich, um die Tiere zu schützen. Eine reine Beschilderung nützt meist sehr wenig“, sagt Udo Hormes. Für die Dauer der Maßnahme greift der Fachmann auf Referenzgewässer zurück. Dort ist gut erkennbar, wenn Erdkröten und Grasfrösche die Gewässer wieder verlassen haben. Sobald dies der Fall ist, werden die Barken und Schilder wieder abgebaut. Mit den Sperrungen muss für vier bis sechs Wochen gerechnet werden. Auch wenn es noch zu einem Kälteeinbruch und damit zu einem Stopp der Amphibienwanderung kommen sollte, bleiben die Absperrungen stehen.