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Stadt Willich erhöht Zuschuss für Arbeitskreis Fremde

Ehrenamtliche Integrationsarbeit in Willich : Mehr Unterstützung für Arbeitskreis Fremde

Die Sachkosten für das AKF-Zentrum in Schiefbahn und die Durchführung der Angebote sind gestiegen, darum benötigt der Verein eine höhere finanzielle Unterstützung.

Der Arbeitskreis Fremde in der Stadt Willich (AKF) bekommt mehr Geld für seine Arbeit. Im Sozialausschuss entschieden sich die Mitglieder einstimmig dafür, den Zuschuss der Stadt für die Sachaufgaben von 6000 Euro auf 8000 Euro zu erhöhen – so hatte es der AKF beantragt.

Die Vereinsmitglieder kümmern sich ehrenamtlich um die Integrationsarbeit für die in Willich lebenden Flüchtlinge – etwa über Deutschkurse oder Hilfe, damit sich die Geflüchteten zurechtfinden. Seit Mai 2015 gibt es eine Vereinbarung zwischen Stadt und AKF, dass die Stadt den Verein über einen Zuschuss für die Sachaufgaben unterstützt.

In ihrer Vorlage hatte die Verwaltung ausführt, dass der Verein nachvollziehbar dargelegt habe, wie die Sachkosten für das AKF-Zentrum in Schiefbahn und die Durchführung der Angebote gestiegen sind. „Aufgrund der pandemie-bedingten Umstände hat der AKF sein Lernprogramm auf Online-Unterricht umgestellt“, so die Verwaltung. Das erfordere aber mehr Einsatz der Ehrenamtlichen und andere Lehrmaterialien. Die Verwaltung bewertet die Arbeit des Vereins unter den veränderten Bedingungen sehr positiv. Die Zuschusshöhe von 8000 Euro ist für die nächsten drei Jahre festgesetzt, danach wird geprüft, ob er wieder angepasst werden muss.

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Auch der zweite Antrag des AKF wurde einstimmig genehmigt: Der Zuschuss für die Teilzeitstelle der Bürokraft im AKF-Zentrum wurde um weitere drei Jahre – bis 31. August 2024 – verlängert. Außerdem sagte die Verwaltung zu, bei Bedarf eine Anpassung an tarifliche Erhöhungen vorzunehmen.

Kernstück der AKF-Arbeit ist der Deutschunterricht, in dem auch Allgemeinbildung und praktisches Wissen für den Alltag vermittelt werden – von Kindererziehung bis Ernährung. Der Unterricht wird dem Kenntnisstand des jeweiligen Menschen angepasst, „vom Analphabeten bis zum Akademiker“, so die Beschreibung im Jahresbericht 2020.

Der Verein setzt bis zu 20 Sprachhelfer ein. Als 2020 die Corona-Schutzmaßnahmen einen Präsenzunterricht nicht mehr zuließen, organisierten die Sprachhelfer Lernmaterial für Distanzunterricht. Sobald sich Lockerungen abzeichneten, wurde in Abstimmung mit der Stadt ein Hygiene-Konzept entwickelt, um Unterricht im AKF-Zentrum zu ermöglichen. Denn Deutschlernen ohne die Möglichkeit zum Sprechen sei auf lange Sicht zum Scheitern verurteilt.

Im Frühjahr 2020 beteiligten sich viele Geflüchtete an einer Näh-Aktion für Stoffmasken, die Organisationen zur Verteilung übergeben wurden. Außerdem unterhält der AKF im Jugendfreizeitzentrum „No.7“ in Neersen eine Fahrradwerkstatt, in der 2020 fast durchgängig bis Dezember gearbeitet wurde. Zwei junge Geflüchtete konnten in das Landesprogramm „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ vermittelt werden. Ebenso gibt es individuelle Begleitungen, um Geflüchtete in Arbeit zu vermitteln oder die Anerkennung ihre Berufsabschlüsse in Deutschland voranzutreiben.

(djm)