1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Willich: Stadt stellt Klimamanager ein

Willich : Stadt stellt Klimamanager ein

Die Senkung des CO2-Ausstoßes soll in der Stadt Willich weiter forciert werden. Im Rat beschäftigten sich die Politiker jetzt mit dem "integrierten Klimaschutzkonzept". Die Verwaltung wird einen Klimamanager einstellen.

stadt Willich Eine aktuelle Änderung in der Rechtslage erwischt die Stadt Willich "kalt": In der letzten Ratssitzung dieses Jahres sollten die Politiker eigentlich über das "Integrierte Klimaschutzkonzept" für die Stadt Willich abstimmen. Die Arbeiten sollten über einen externen "Klimamanager" abgewickelt werden. Dafür sollten Fördermittel des Landes beantragt werden. In der Sitzung legte die Technische Beigeordnete Martina Stall jedoch eine neue Vorlage vor.

Hintergrund: Am 17. Dezember ist im Bundesanzeiger die Neufassung der "Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative" erschienen. Die gilt ab dem 1. Januar und ist somit maßgeblich für das Willicher Projekt. Der wesentliche Unterschied: In der alten Förderrichtlinie gab es noch die Möglichkeit, einen externen Klimamanager zu beauftragen und dafür 50 Prozent Förderung zu erhalten. Das hatte der Umweltausschuss der Stadt Willich bereits am 8. Dezember abgesegnet.

Die neue Richtlinie sieht aber vor, dass nur Fachpersonal gefördert wird, "das im Rahmen des Projektes eingestellt wird (Klimaschutzmanager)". "Auch nach mehrfacher Rückfrage im Ministerium wurde uns mitgeteilt, dass ein solcher Klimaschutzmanager ausschließlich in der Kernverwaltung eingestellt werden darf", so Stall. Dafür werden aber die Personal- und Sachkosten jetzt mit 65 Prozent bezuschusst.

Stadt muss mehr zahlen

Nach dem alten Modell (externer Anbieter, Kosten 90 000 Euro im Jahr) hätte die Stadt einen Eigenanteil von 15 000 Euro pro Jahr für das Gesamtprojekt zahlen müssen. Der Rest wäre über Fördermittel sowie Zuschüsse der Stadtwerke und des Geothermiezentrums finanziert worden. Nach der neuen Richtlinie kostet das Projekt 74 400 Euro pro Jahr. Die Stadt muss — neben den bereits veranschlagten 15 000 Euro — noch zusätzlich 4125 Euro pro Jahr bezahlen. Der Zuschuss des Geothermiezentrums entfällt.

Diese Summe hält Stall für vertretbar, denn durch das neue Konzept habe die Stadt mehr Qualität und Personalressourcen in der Klimaschutzarbeit, argumentiert sie. Weiterer Pluspunkt: Das Konzept umfasst jetzt den Aufbau eines Controlling-Systems — das hatten Politik und Verwaltung bereits gewünscht. Angesichts der veränderten Rechtslage sahen die Ratsmitglieder keine andere Möglichkeit, als der veränderten Struktur mehrheitlich — mit einer Enthaltung — zuzustimmen. Denn grundsätzlich wollen alle Fraktionen, dass in Willich ein Klimaschutzkonzept umgesetzt und somit der CO2-Ausstoß massiv gesenkt wird.

Frage des Tages

(RP)