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Willich: Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen gegen McZahn aus

Willich : Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen gegen McZahn aus

Die Staatsanwaltschaft Wuppertal hat ihre Ermittlungen im Betrugsfall der insolventen Discount-Zahnarztkette McZahn ausgeweitet. Behördensprecher Wolf-Tilmann Baumert bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht des Bielefelder "Westfalen-Blatts".

Insgesamt wird demnach jetzt gegen vier ehemalige Vorstände der Firma aus Willich im Alter von 41 bis 57 Jahren und eine Zahnärztin aus Düsseldorf wegen Betruges ermittelt.

Zudem gibt es dem Bericht zufolge neue Vorwürfe gegen die beiden Hauptbeschuldigten. McZahn-Gründer Werner B. und dem Mitglied des Vorstandes, Oliver D., wird neben Betrug auch Untreue vorgeworfen. Sie sollen 900 000 Euro aus der Firma abgezweigt und in die eigenen Taschen gesteckt haben, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Die Ermittlungen würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, sagte Baumert. 50 Kisten mit Beweismaterial müssten noch ausgewertet und 30 Zeugen vernommen werden.

Die Firma war im August 2008 durchsucht worden. Im Oktober 2008 hatte das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Zuvor war B. aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass Zahnersatz aus China mit Hilfe gefälschter Zertifikate überhöht abgerechnet wurde. Hierdurch sei den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen ein Schaden von rund 800 000 Euro entstanden.

McZahn hatte mit einer Importgesellschaft zusammengearbeitet, die Firmengründer B. gehörte. Dieses Unternehmen "Silverline-Dental" soll sogenannte Konformitätserklärungen nicht ordnungsgemäß ausgestellt haben.

McZahn hatte mit Zahnersatz zum Nulltarif geworben. In Deutschland sollten langfristig 400 McZahn-Zahnarztpraxen eröffnet werden. Die Zahl der Praxen blieb aber im einstelligen Bereich.

(DDP/dur)