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SPD Willich bestimmt Dietmar Winkels zum Bürgermeisterkandidaten

Bürgermeisterkandidat : SPD-Mitglieder wählen Dietmar Winkels

Jetzt ist es auch amtlich und durch die Mitglieder abgesegnet: Die Willicher Sozialdemokraten haben Dietmar Winkels fast einstimmig zum Bewerber um das Bürgermeisteramt bestimmt. Der 66-Jährige gibt sich optimistisch.

33 der insgesamt 36 stimmberechtigten SPD-Mitglieder votierten für ihn: Bei der Mitgliederversammlung der Willicher SPD wurde Dietmar Winkels jetzt auch offiziell zum Bewerber um das Bürgermeisteramt bei der Kommunalwahl am 13. September 2020 gewählt. Die Willicher Sozialdemokraten hatten ihn bereits im Oktober als Kandidaten vorgestellt – am Montagabend wurden die wahlrechtlich vorgeschriebenen Schritte sowohl für die Bürgermeisterwahl als auch für die der Ratsmitglieder abgearbeitet.

Er habe es sich gründlich überlegt, ob er in seinem Alter – er ist 66 Jahre alt – noch diesen Schritt machen solle, so Winkels in seiner Vorstellungsrede sinngemäß. Nach vielen Gesprächen mit Familie, mit Freunden und mit Parteigenossen wolle er jetzt sagen: „Ja, ich kann Bürgermeister. Ja, ich will Bürgermeister. Und mit eurer Stimme werde ich Bürgermeister von Willich.“

Er komme aus einer SPD-geprägten Familie, erklärte Winkels, der in Hohenlimburg (Sauerland) geboren wurde. „Mein Vater war von Willy Brandt sehr angetan und hat immer wieder den Zusammenhalt und den hohen sozialen Aspekt einer Gesellschaft in den Vordergrund gestellt. Ich glaube, dass mich dieser soziale Aspekt sehr geformt hat und ich auch bei meinem politischen Tun immer wieder in diese Bereiche eintauche.“

Winkels lebt seit 27 Jahren in Willich und ist seit 38 Jahren mit seiner Frau Vera verheiratet. Beide haben vier erwachsene Töchter, ein Sohn ist bereits vor vielen Jahren gestorben. Nach einer Ausbildung zum Starkstromelektriker machte er sein Fachabitur, war Zeitsoldat, machte Ausbildungen und das Studium zum Erzieher und Heilpädagogen sowie zum Diplom-Sozialpädagogen und leitete 38 Jahre eine Einrichtung der Jugendhilfe Rheinland.

Er erklärte, wie er die Buchstaben im Wort „Bürgermeister“ übersetze – unter anderem mit Bürgerbeteiligung, Überzeugungsarbeit, Respekt vor jedem Menschen, erfolgreiche Stadt (etwa im Freizeitbereich) oder Miete (50 Prozent bezahlbaren Wohnraum schaffen). Wichtig seien ihm zudem Inklusion oder Einsatzbereitschaft sowie abschließend „Ruhe bewahren“.

Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses versicherte Winkels: „Ich werde alles dafür geben, Bürgermeister zu werden. Wir müssen aber für die SPD ein gutes Wahlergebnis erzielen.“ Der Parteivorsitzende Lukas Maaßen hatte sich zuvor bei der Vorstellung Winkels’ siegessicher gezeigt: „Wir können Stadtgeschichte schreiben“, sagte er. „Wir wählen den neuen Bürgermeister von Willich.“

Weiteres Thema in der Mitgliederversammlung war das „großartige Wahlprogramm“ (so die Worte des Parteivorsitzenden Maaßen), das die SPD in den vergangenen Monaten erarbeitet habe. Es wurde einstimmig von den Anwesenden verabschiedet.

Für die Zukunft fordern die Sozialdemokraten unter anderem ein besseres Fahrradwegenetz und die Verlängerung der Regio-Bahn S28 – verbunden mit einer guten Anbindung der künftigen Haltestelle an den öffentlichen Nahverkehr in Willich. Letzterer Teil war eine Ergänzung von Fritz-Joachim Kock in der Sitzung. Weitere Themen sind im Bereich Digitalisierung die flächendeckende Versorgung mit W-Lan und ein digitales Buchungsportal für die Schlossfestspiele Neersen.

Unter dem Oberbegriff „Wohnen“ möchte die SPD eine städtische Wohnungsbaugesellschaft sowie die Förderung des genossenschaftlichen Wohnungsbaus schaffen. Zudem besteht sie auf einem Ärztehaus und im Bereich Bildung auf Beitragsfreiheit für Kita, Tagespflege, OGS und Schule von acht bis eins. Weiterhin sollten die kulturtreibenden Vereine in der Stadt mit den OGS intensiver zusammenarbeiten. Für junge Erwachsene sollten Treffpunkte in allen Stadtteilen eingerichtet und die Freizeitangebote (wie ein Programmkino) ausgebaut werden.

Außerdem bestimmten die SPD-Mitglieder noch die Bewerber um die Direktmandate für die 24 Wahlkreise in der Stadt Willich und die Aufstellung derjenigen, die gegebenenfalls über einen Listenplatz in den Rat einziehen könnten.