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Sonniges Schützenfest an der Kapelle Klein-Jerusalem in Neersen

Schützenverein Klein-Jerusalem feiert : Viel Freude beim Jungschützenkönigshaus in Neersen

Nach zweijähriger Corona-Pause war es das erste Schützenfest in Willich: Am Wochenende feierten die Schützen des Schützenvereins Klein-Jerusalem.

„Es ist auf jeden Fall aufregend und schön – die ersten Königstänze am Samstag waren spannend“ – so fasste Jungschützenkönigin Lara Rotondi am Sonntagvormittag die ersten Festtage an der Kapelle Klein-Jerusalem zusammen. Sie repräsentiert mit ihren Ministerinnen Mara Kellermann und Gina Rotondi (Schwester der Jungschützenkönigin) in diesem Jahr das Regiment des Schützenvereins Klein-Jerusalem. Dem Königshaus um König Faruk Bayik war es nach der langen Pause nicht mehr möglich, das Amt wieder aufleben zu lassen.

„Es ist ein schönes Gefühl, das man mehr Beachtung hat“, ergänzte Ministerin Mara zurückhaltend, aber durchaus selbstbewusst die Situation des Nachwuchs-Königshauses. Die drei gehören zur 2018 gegründeten Gruppe der „Taffen Mädels“ – wobei die Schwestern Rotondi schon auf eine lange Zeit im Schützenverein zurückblicken: „Wir sind eingetreten, als wir so zehn oder elf Jahre alt waren. Uns gefiel die Musik so gut“, erzählte Gina Rotondi. Außerdem sei es sehr schön, die Gemeinschaft der Schützen zu erleben – und ganz besonders in diesem Jahr „war es einfach schön, wieder zu feiern.“

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Das erste Schützenfest nach der Pause durch die Corona-Pandemie verlief am Wochenende bei bestem Schützenwetter: trocken und sonnig, aber nicht zu heiß. Und auch die Stürme von Donnerstag und Freitag hatten das Fest nicht beeinträchtigen können, „alles ist stehen geblieben“, so der Ehrenvorsitzende Wolfgang Peter.

Somit verlief das Programm planmäßig: mit Antreten und dem ersten Schützenball am Samstag und dem Haupttag: Gottesdienst, Kleider-Apell, Vorparade und Frühschoppen am Vormittag sowie Platzkonzert, Festumzug, großer Parade und Schützenball am Nachmittag und Abend. Der Frühschoppen am Sonntag wurde musikalisch von Harmonie Schiefbahn begleitet.

Mit einer kleineren Provokation verlief der Kleider-Appell: Markus Kirchmair (Junge Jäger) erschien statt in Uniform im neongrünen Ganzkörper-Anzug und musste zur Strafe einen Schnaps trinken. Mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit erregte ein anderes Bekleidungsdetail: Bürgermeister Chistian Pakusch als neues Mitglied im Schützenverein „erschien in Schwarz“ – will heißen: statt im gewohnten weißen im schwarzen Schuhwerk, wie es zur Uniform gehört.

Beim Frühschoppen konnte der Vorsitzende Ralf Kivelip eine Tradition der Schützen fortsetzen: Bernhard Wöltken, der neue Vorsitzende der Interessengemeinschaft Klein-Jerusalem, erhielt eine Spende von 1000 Euro, die die Schützen beim Maibaum-Setzen Anfang des Monats gesammelt hatten. Das Geld wird für Reparaturen an einem Außen-Altar der historischen Kapelle verwendet. Eine Besonderheit bei den Ehrungen: Peter Krienen (91 Jahre) wurde für 75 Jahre Mitgliedschaft im Schützenverein ausgezeichnet. Unter anderem hielt er mit anderen Schützen jahrelang den Park um die Kapelle in Ordnung.

Am Montag geht das Fest der Klein-Jerusalemer Schützen weiter – unter anderem mit dem Festumzug und dem Großen Zapfenstreich ab 17 Uhr. Am Dienstag ist ein „Pausentag“, am Mittwochabend laden die Schützen zur „3. Mega-Party op Kölsch“ mit der Kultband Brings in das Zelt. Wolfgang Peter rechnet damit, dass es noch Karten an der Abendkasse geben wird. Am Donnerstag ist Vatertag mit Familientag im Zelt – ab 11 Uhr geht es los. Der Eintritt ist frei.

Der Schützenverein Klein-Jerusalem hat 260 Mitglieder, davon sind 185 aktiv im Schützenwesen engagiert. Die Jugendabteilung (bis 24 Jahre) hat 25 Mitglieder. Ältestes Mitglied ist Peter Krienen, jüngstes Mitglied Lennart Dahm, geboren im Juli 2016.