Stadt Willich: Seifenblasen und Geisterjäger unterwegs

Stadt Willich: Seifenblasen und Geisterjäger unterwegs

Für die kleinen Karnevalisten veranstalten die Schlossgeister Jahr für Jahr einen Umzug durch Neersens Straßen. Gestern waren mehr Teilnehmer dabei als im Jahr zuvor. Hinterher gab es wieder eine Party im Wahlefeldsaal.

Seien wir ehrlich: Von der Größe und Begeisterung kam gestern der Kinderkarnevalszug in Neersen nicht ganz an den Düsseldorfer Rosenmontagszug heran. Dies war den 16 Gruppen und den vielen Kostümierten, auch in den den kleinen Mottowagen, ziemlich egal. Die Freundeskreise hatten sich wochenlang auf dieses Ereignis vorbereitet, wollten dies jetzt auch so richtig erleben und genießen.

Das Wetter war etwas besser als noch tags zuvor in Anrath. Gerade setzten sich die ersten Formationen zur Aufstellung am Minoritenplatz in Bewegung, auch die ersten Fahrzeuge rollten an. Aber was war das? Auf dem Wagen mit der "Torfmöps-Brut" fehlte zwischen den Kunststoff-Küken bei der Pappmaschee-Figur der Kopf der Kinderprinzessin Leonie II. "Keine Panik, den Kopf werden wir jetzt erst einmal richtig befestigen, sonst wäre der uns fliegen gegangen", beschwichtigte 2. Vorsitzender Dennis Füsgen. Leonie II. war natürlich quicklebendig mit ihren Ministern Isabella und Maurice auch da, schmiss in ihrem Prinzessinnen-Gefährt die Kamelle oder die kleinen Sträuße unter das Volk.

So langsam füllte sich der Platz. Hübsch anzusehen war eine über 50-köpfige Pustefix-Kolonne der "Kindsköpp". Sie waren mit ihren blauen Gewändern und dem roten Aufsatz wie ein Produkt aus der Seifenblasen-Industrie zurechtgemacht. Ehemalige Vinhoven-Schüler, darunter die Familien Lietz, Nonholf und van de Sand, pusteten, was die Lungen hergaben. Über 30 Kinder waren darunter, einige besuchen nach wie vor die katholische Neersener Grundschule.

Begeistert wurden die Akteure auf ihrer etwa vier Kilometer langen Tournee durch den Ort empfangen. Zwischendurch hörte man auch das "Happy Birthday": Martina Baum von den "Unverwüstlichen", die diesmal als Geisterjäger unterwegs waren, war gestern 40 Jahre alt geworden. Die verschworene Gemeinschaft macht regelmäßig mit, war früher, als es noch den Karnevals-Umzug der Alt-Willicher Grundschule im Mühlenfeld gab, immer dabei.

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Black & White in wechselnder Reihenfolge. Hinter den weißen Quallen der Neersener "Niersbienen" tauchten die schwarzen blutunterlaufenden Vampire der Straßengemeinschaft "Am Tanneböschke" auf. Schiefbahner Familien, darunter Stefan Sterken und Daniela Bäumges, hatten sich ein kleines Piratenschiff gebaut. Andere führten als Bagagewagen eine Mini-Abbildung des Neersener Schlosses spazieren. Die "Aach Blenge" mit ihrem Vorsitzenden Frank Klingen schaffte noch so gerade den Start. Sie brachten ein kleines Spiel-Ensemble von Harry Potter mit, das bereits beim Anrather Zug Beachtung fand.

"Wir sind mit dem Ablauf hier sehr zufrieden", sagten Detlef Nicola und Jürgen Leipertz von den Schlossgeistern. Es waren mehr Akteure als im Jahr zuvor. Hübsch anzuschauen war als "Ghostbusters" die dreijährige Lena. Teilweise waren die Geisterjäger in dritter Generation dabei. Aber auch viele andere Kostüme waren fantasievoll gestaltet.

DRK, Polizei, Müllabfuhr und die Willicher Gemeinschaftsbetriebe waren ferner im Einsatz. Schnell war wieder alles aufgeräumt - und es konnte mit der Karnevalsparty im Wahlefeldsaal weitergehen.

(wsc)
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