Schiefbahn : Niederheide: Die Jungschützen standen im Mittelpunkt

Schülerprinz ist Matthias Wolf. Die alte und neue Jungschützenkönigin heißt Nele Waaden. Brudermeister Johannes Bäumges ist stolz auf den Nachwuchs des Vereins.

Im Mittelpunkt des Patronatsfestes der Johannes-Schützenbruderschaft Niederheide am Samstag standen die jungen Schützen: Er wurden der Jungschützenprinz und der Schülerprinz ausgeschossen. Neuer Schülerprinz ist Jungschützenmeister Matthias Wolf. Nele Waaden heißt die alte und neue Schülerprinzessin.

„Ich bin stolz auf unsere Jugendabteilung, vor rund 25 Jahren habe ich selber dort gestanden“, sagte Brudermeister Johannes Bäumges.

Wolf hatte draußen am Schießstand mit dem Kleinkalibergewehr auf den Holzvogel geschossen und ihn mit dem 208. Schuss von der Stange geholt. Neun junge Leute wollten Jungschützenprinz beziehungsweise -prinzessin werden, darunter vier Mädchen vom Zug „Herzdamen“. Wolf war bereits vor drei Jahren Jungschützenprinz. Jetzt würde der 20-Jährige gerne Jungschützenkaiser werden.

„Wir waren sehr überrascht, wie gut die Mädels schießen können. Der Wettkampf war sehr spannend“, sagte der Werkstudent und angehende Wirtschaftsprüfer, der neben dem Schützenwesen auch die Zahlen liebt. Während draußen am Schießstand Schwitzen angesagt war, wurde die Frage, wer denn neuer Schülerprinz werden würde, im kühlen Keller des Bruderschaftshauses geklärt. Dass ein Mädchen das Rennen machen würde, stand sehr bald fest, da es nur zwei Bewerberinnen gab, zwei Fahnenschwenkerinnen. Nele Waaden kam mit dem Königssilber und verließ das Bruderschaftshaus am Abend auch wieder mit dem Königssilber, weil sie sich beim Schießen mit dem Luftgewehr auf eine Scheibe als die Treffsicherere erwies. Die 14-Jährige, die aus einer Schützenfamilie stammt, hat am kommenden Wochenende in Breyell die Chance, Diözesanprinzessin zu werden. Matthias Wolf hatte seinen Vorgänger Sascha Müllers entzaubert. Der war nicht nur Stadtjugendprinz, sondern auch Stadtjungschützenkönig, Bezirksprinz und Zugkönig, was ihm den Namen „Der, der immer trifft“ eingebracht hatte. Er hatte am Samstag die Chance vertan, Jungschützenkaiser zu werden.

Bei der enormen Hitze war die Teilnahme am Patronatsfest etwas geringer ausgefallen als in den Vorjahren. Das merkte man auch bei der Messe, die Präses Jürgen Lenzen hielt. Auf dem Weg vom Niederheider Hof zum St.-Bernhard-Gymnasium wurden die Schützen von der „Harmonie Schiefbahn“ und „Germania Willich“ begleitet. Es hörte sich bei der kleinen Runde durch Niederheide  ein bisschen wie nach Schützenfest an. Die einzelnen Züge durften entscheiden, ob sie im Hemd oder in den Uniformjacken mitmarschieren wollten.

Der Niederheider Hof, den die Schützen vor 40 Jahren mit viel Eigenleistung errichtet hatten, wird derzeit renoviert. Er ist geschlossen, wurde jetzt aber zum Patronatsfest genutzt. Jetzt geht es darum, nach Abschluss der Renovierungsarbeiten einen neuen Pächter zu finden. „Der Präsident hat bereits Gespräche mit möglichen Interessenten geführt“, erklärte der Pressesprecher Sven Kurbitz. Ausnahmsweise war die Versorgung mit kalten Getränken an einen Caterer vergeben worden.

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