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Podiumsdiskussion Schüler diskutieren mit Stadtwerken über Energiewende in Willich

Willich · Die Schüler der Robert-Schumann-Europaschule kritisierten Baumfällungen, Radwege, ÖPNV oder die Hürden für PV-Anlagen und forderten mehr grünen Strom für Willich. Was Stadtwerke-Chef und Bürgermeister dazu zu sagen hatten.

Bürgermeister Christian Pakusch und Stadtwerke-Geschäftsführer Tafil Pufja stellten sich den Fragen der Schüler.

Bürgermeister Christian Pakusch und Stadtwerke-Geschäftsführer Tafil Pufja stellten sich den Fragen der Schüler.

Foto: Norbert Prümen

(tre) Als Svenja Gelpke vom Verein Multivision die beiden Gesprächspartner für die kommende Stunde vorstellt, tritt im Forum der Robert-Schuman-Europaschule Ruhe eine. 170 Schüler blicken gespannt zu Christian Pakusch und Tafil Pufja. Der Willicher Bürgermeister und der Geschäftsführer der Stadtwerke Willich haben sich im Rahmen des Umweltbildungsprojekttages mit dem Titel „Unsere Energiewende in NRW!“ für eine Gesprächsrunde in Sachen Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Gesamtschule eingefunden.

Die Fragen der Schüler lassen nicht lange auf sich warten. Den ganzen Morgen haben sie sich mit der Energiewende beschäftigt und sich Basiswissen zur Energieerzeugung, Speicherung, Verteilung und Endgeräte angeeignet. Dazu waren sie noch mit den Planungen für ein Neubaugebiet unter den Aspekten des Klimaschutzes und der Energiewende beschäftigt. „Die beste Energie ist die, die man nicht verbraucht“, betont Pufja zum Einstieg. Daran könne jeder arbeiten.

Auch Pakusch macht klar, dass es an jedem Einzelnen liegt, wie zum Beispiel der Verkehr auf der Hochstraße in Schiefbahn aussieht, als Schüler über das hohe Verkehrsaufkommen und die Rückstaus in diesem Bereich klagen. „Wenn mehr Bürger aufs Fahrrad umsteigen, haben wir keine solchen Rückstaus mehr“, sagt Pakusch, der indes nicht zur Sprache brachte, dass durchaus Lösungen wie eine Verkehrsberuhigung politisch diskutiert werden. Das Projekt Energiedach der Stadtwerke, bei dem Photovoltaik-Anlagen quasi geleast werden können, ist genauso Thema wie der zwölf Millionen teure Umbau des Willicher Schwimmbades, der aus dem De Bütt ein klimaneutrales Bad machen soll.

Die Schüler bemängeln bürokratische Hürden beim Bau von Photovoltaik-Anlagen und verstehen nicht, warum E-Fahrzeuge nicht als Speicher für Häuser genutzt werden dürfen. Die Baumfällungen vor und im Industriegebiet werden kritisiert, und die Schüler machen klar, dass ihnen die angekündigten Neupflanzungen von 200 Bäumen nicht ausreichen. Von Pufja erfahren sie, dass in Willich pro Jahr 220 Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht werden. „Für diese Energieleistung bräuchten wir 20 Windräder von 230 Meter Höhe“, sagt Pufja. Der nicht optimale ÖPNV, teure Bus- und Bahntickets, schlechte Radwege-Verbindungen, energieautarke Klimaschutzsiedlungen, das Problem der stetigen Flächenversieglung – die Themenpalette ist breit gestreut, die Diskussion lebhaft.

Der Projekttag ist in Zusammenarbeit mit der Landesgruppe des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft erarbeitet worden und wird über Multivision in den Schulen umgesetzt. Multivision trat dabei an die Stadtwerke heran. Drei weiterführende Schulen profitieren von dem Angebot. Im Dezember folgen St.-Bernhard-Gymnasium und Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule.

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