Schüler der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Anrath proben für das Stück "Das Liebesverbot".

Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule: Text sitzt, Premiere kann kommen

Für gute Unterhaltung, kombiniert mit einem Dreigänge-Menü, sorgt die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule. Am Donnerstag, 31. Januar, ist die Premiere von „Das Liebesverbot“ in der Anrather Josefshalle.

„Swantje, du kannst schon deine Engelsflügel anziehen. Jan-Peter, bieg dir das Mikrofon vom Headset ein bisschen näher an den Mund. Zwei könnten schon mal den Tisch für den lieben Gott auf die Bühne tragen“ – die Ansagen von Georg Troles schallen quer durch die Josefshalle in Anrath. Es scheint, als hätte der Lehrer und Koordinator für Schul­events der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule seine Augen überall. In dem großen Saal herrscht reges Treiben. Schüler sind damit beschäftigt, in ihre Kostüme zu schlüpfen und ihre Requisiten bereitzulegen.

Lautes Lachen ertönt von denjenigen, die Maria zuvor noch nicht in ihrem Bühnenoutfit gesehen haben. Sie, die die Rolle der stänkernden Ehefrau spielt, trägt nämlich eine Kittelschürze mit großen Punkten und an den Füßen Einhornpuschen in schillernden Regenbogenfarben. Eine Gruppe von neun Mädchen und einem Jungen ist mit tänzerischen Aufwärmübungen beschäftigt, und aus der Ecke neben der Bühne erklingt ein leises Stakkato. Felix hat am Schlagzeug Platz genommen und schwingt die Sticks. „Wir haben eigens für das Stück eine Projektband mit Schlagzeug, Gitarre, Trompete, Keyboard und Gesang ins Leben gerufen“, erklärt Thomas Weibel, den es zum Keyboard zieht.

Eine der letzten Proben für die musikalische Komödie „Das Liebesverbot“ ist angelaufen. Seit einem Jahr proben die Schüler der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule für das nunmehr dritte große Stück, das von der Schule inszeniert wird. Geschrieben haben das Werk die beiden Gesamtschullehrer Troles und Erik Heideprien sowie die Schauspielerin Christina Beyer. Für die Regie zeichnet sich das Dreierteam ebenfalls aus, wobei Beyer bei den Proben ihr praktisches, fachliches Wissen einbringt. „Wobei es heute eine besondere Probe ist. Wir proben alle zum ersten Mal gemeinsam. Das heißt, die Theaterleute, die Musiker und die Tänzer. Alle Teilbereiche bringen das Ganze auf die Bühne. Zudem testen wir die gesamte technische Ausrüstung“, informiert Heideprien. Erstmalig kommt eine LED-Wand auf der Bühne zum Einsatz, die die Schule für das Stück leihen konnte.

„So ein kleiner Kopf und so ein großes Headset“, bemerkt Lea indes lachend, als sie zum ersten Mal ihr Headset aufsetzt. Lauritz ist ebenfalls mit dem Sitz seines Headsets beschäftigt. Alles muss schließlich gut und funktionstüchtig sitzen. Bei Maria und Jan-Peter funktioniert die Technik noch nicht so ganz. Rufe von der Bühne fliegen zur Technik hinauf, um das Problem zu lösen. Troles packt derweil die Nebelmaschine an den Bühnenrand. Bis sie in den Einsatz geht, dauert es noch etwas. Eine kurze Besprechung zwischen Lena Wittenbrink, die für die Choreographie und das Einstudieren der Tänze zuständig ist, Troles und Heideprien bringt die Entscheidung, das Stück ohne Ausnahme zunächst einmal in der kompletten Reihenfolge durchzuspielen.

„Tisch wieder von der Bühne. Wir starten mit dem Auftakttanz“, ordert Troles daher an. Weibel gibt das Startzeichen für den ersten Musikeinsatz, der in diesem Fall von der CD kommt. Sechs Tänzer schweben über die Bühne und bieten eine völlig synchrone Darstellung. Die zuschauenden jungen Darsteller, Musiker und Lehrer sparen nicht mit Applaus. Auf der Bühne wechselt das Bühnenbild. Wo eben noch mystische rote Elemente zu sehen waren, taucht plötzlich eine moderne Küche auf. Und in der geht es lautstark zu. Maria macht ihren Ehemann Jan-Peter zur Schnecke, weil der die Sahne beim Einkauf vergessen hat und mit Schuhen durch die frisch geputzte Wohnung gelatscht ist.

Die erste Szene nimmt ihren Lauf. Dann geht es in die griechische Mythologie. Vor einem mächtigen schneebedeckten Gebirgsmassiv diskutieren die Götter über die streitenden Menschen. Szenen, Tänze und Bandeinlagen wechseln sich ab. Wobei alle 30 Schüler, von der fünften bis zur elften Stufe, zeigen, dass sie in ihren Bereichen fleißig geprobt haben. Alles sitzt, die Premiere kann kommen. Wobei sich die Besucher bei den beiden Aufführungen nicht nur auf gute Unterhaltung freuen können, sondern auch auf kulinarische Schmankerln.

Passend zur griechischen Mythologie serviert die Mensa der Gesamtschule ein griechisches Dreigänge-Menü mit einem landestypischen Salat als Vorspeise, einem Grillteller als Hauptgericht und einem griechischen Joghurt mit Honig und Nüssen als Nachtisch.

Mehr von RP ONLINE