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Schüler aus Willich erkennt Fischarten mittels Schallsignalen

Wettbewerb „Jugend forscht“ : Willicher Schüler erkennt Fisch-Arten mittels Schallsignalen

Bei der diesjährigen Ausgabe von „Jugend forscht“ ist auch ein Schüler des Lise-Meitner-Gymnasiums mit dabei. Marvin Mentzfeld, 18, hat ein schonendes Verfahren entwickelt, um Fischbestände zu erfassen. Er arbeitet mit Schallwellen.

In der kommenden Woche steht das Finale des Regionalwettbewerbs von Jugend forscht an. Am Dienstag, 8. März, werden die jungen Forscher ihre 123 Projekte in einer Onlinepräsentation vorstellen. Die Jury aus Repräsentanten von Schulen, Hochschulen und Wirtschaft wird dann bis Donnerstag eine Auswahl treffen. Die Sieger werden am Donnerstag bekannt gegeben. Aufgrund der Corona-Pandemie findet der Wettbewerb auch in diesem Jahr nicht in Präsenz statt. Vorab präsentierte die Unternehmerschaft Niederrhein einige ausgewählte Projekte. „Diese sind aber eher nach regionalen Gesichtspunkten gewählt und lassen keinen Rückschluss auf eine Favoritenrolle zu“, betont der Projektpate Ralf Wimmer von der Unternehmerschaft.

Für das Willicher Lise-Meitner-Gymnasium ist Marvin Mentzfeld dabei. Der 18-Jährige nimmt zum siebten Mal am Wettbewerb teil, ist also ein alter Hase. Sein Projekt in diesem Jahr ist eine Fortsetzung. „Ich habe bereits zwei Teile dazu in den vergangenen Jahren gemacht. Das ist der dritte Teil“, erklärt er. Sein Thema: Wie lässt sich der Fischbestand eines Gewässers bestimmen, ohne die Fische dafür fangen zu müssen? Sein Ansatz: Ähnliche wie Wale, Delfine oder Unterseeboote nutzt er das Gerät Echolot, das mit elektroakustischen Signalen arbeitet. Doch wie lässt sich anhand eines unförmigen Reflexes auf dem Echolotbild die Art bestimmen?

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„Das ist eigentlich relativ einfach, wenn man sich mit den Fischen auskennt. Ich bin Hobbyangler und weiß daher, wo sich die Fische aufhalten und welche Eigenschaften sie haben. So spielt dann eine Rolle, ob der Fisch am Grund oder im Freiwasser ist, ob es ein großes oder kleines Tier ist, ob er allein oder in einem Schwarm schwimmt und so weiter. Aus diesen Daten lässt sich aus einem Reflex die Art mit einer Genauigkeit von 80 bis 90 Prozent bestimmen“, erläutert er.

Für sein Projekt vermaß er die Xantener Nordsee. Das Ergebnis: „Die Fischpopulation dort ist sehr gesund und im Prinzip auch genauso, wie man das erwarten würde. Die Auswertung habe ich mithilfe eines Excel-Tools gemacht, das ich erstellt habe. Darum bin ich auch nicht bei Biologie, sondern in der Kategorie Arbeitswelten eingestuft“, erläutert der junge Forscher. Dass das Ergebnis den Erwartungen entspreche, spreche auch für die Richtigkeit. „Es sind die Arten, die man erwarten würde, keine Art ist übermäßig stark vertreten, keine Art ist weniger vertreten, als sinnvoll zu erwarten wäre. Es scheint also zu stimmen“, erläutert er.

Das habe auch den Jugendwart seines Angelvereins aufmerksam gemacht. „Er hat mitbekommen, was ich mache und hat gefragt, ob ich nicht unseren See auch untersuchen will. Aktuell ist geplant, dass ich das im Frühjahr tue“, erzählt Mentzfeld. Seine bisherigen Erfahrungen übrigens sind gut. Gleich viermal wurde er Zweiter im Regionalwettbewerb. Den Landes- oder gar Bundeswettbewerb aber erreichte er bislang nicht. „Es wäre natürlich schön, das zu schaffen. Aber auch so nehme ich sehr viel mit und kann mir auch vorstellen, nächstes Jahr wieder dabei zu sein, wenn es in Präsenz stattfindet. Wenn es wieder online ist, glaube ich, dass ich eher nicht mitmache“, sagt er.

Seine Schule nimmt den Wettbewerb sehr ernst. „Wir haben seit Jahren eine AG. Dieses Jahr sind wir mit acht Projekten dabei. Aber das war in der Vergangenheit, außerhalb der Corona-Zeit, auch schon deutlich mehr“, erzählt Claus Thome, der verantwortliche Lehrer der Schule. Der größte Erfolg sei ein zweiter Platz im Landeswettbewerb gewesen. Beim Wettbewerb „Schüler experimentieren“ in der jüngeren Altersklasse war das LMG sogar schon viermal Sieger. Daran würden die Teilnehmer aus Willich natürlich gern anknüpfen. Und wenn nicht?

„Ich denke, dass ich auch so schon extrem von Jugend forscht profitiere. Man kann sehr viel mitnehmen. Beispielsweise die Fähigkeiten, die Projekte gut und wissenschaftlich zu beschreiben oder sie einer fremden Jury zu präsentieren“, sagt Schüler Mentzfeld. Zudem käme seine Arbeit Angelvereinen und Biologen zugute. Und für ihn selbst bedeutet die Teilnahme vor allem Spaß und Begeisterung – und allein das ist ja schon einiges wert.