1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Schiefbahn und St. Tönis: Senioren auf Coronavirus getestet

In Willich und Tönisvorst : Sechs Altenheim-Bewohnerinnen nach Corona-Infektion gestorben

Bewohner und Pfleger von Seniorenheimen sind besonders gefährdet. In Schiefbahn sind bereits sechs im Hubertusstift lebende Frauen gestorben. Im Seniorenhaus St. Tönis sind aktuell 15 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet.

Nachdem im Schiefbahner Altenheim Hubertus­stift inzwischen sechs Seniorinnen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind, sollen alle Bewohner sowie das gesamte Personal erneut diese Woche auf das Virus getestet werden. Zuletzt sei das am 15. April erfolgt, teilt der Kreis Viersen auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Die verstorbenen Seniorinnen waren zwischen 87 und 91 Jahre alt, alle hatten Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, die Lungenkrankheit COPD oder Diabetes.

Um eine weitere Ausbreitung des Virus in dem Schiefbahner Seniorenheim zu verhindern, wurden bereits vor einigen Wochen verschiedene Maßnahmen ergriffen: „Die erkrankten Bewohner werden räumlich strikt von den Gesunden getrennt, Kontaktpersonen unter den Mitarbeitern wurden in Quarantäne geschickt. Die übrigen Mitarbeiter wurden mit Schutzausrüstung ausgestattet“, teilt Anja Kühne, Pressesprecherin des Kreises Viersen, mit. Das Gesundheitsamt, die Heimaufsicht und die Heimleitung haben täglich mindestens einmal Kontakt miteinander.

Auf die Frage, weshalb sich das Coronavirus in dem Heim ausbreiten konnte, antwortete der Kreis zunächst, dass nicht bekannt gewesen sei, dass eine Pflegekraft das Virus in sich trug. Später hieß es dazu von der Kreisverwaltung, es habe sich um ein Missverständnis gehandelt, es sei keine Pflegekraft gewesen.

„Hochbetagte Menschen sind jedoch besonders vulnerabel, weil sie nicht mehr über so gute Abwehrkräfte verfügen. Der Kreis Viersen will diese Gruppe besser schützen“, sagt Kühne. Durch ein Screening-Fahrzeug können bei Verdachtsfällen jetzt schneller alle Bewohner und Mitarbeiter getestet werden. „Kranke, die noch keine Symptome haben, aber schon infiziert sind, können bereits überwacht und therapiert werden“, so Kühne weiter.

Inzwischen sind zudem die Testergebnisse zweier Wohnbereiche im Seniorenhaus St. Tönis bekannt. Dort wurden 15 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet, teilt die Alexianer Tönisvorst GmbH auf Anfrage mit. Zuvor war ein Mitarbeiter positiv getestet worden. Der Wohnbereich 3 sei am stärksten betroffen und zur Quarantänezone erklärt worden. Einige der positiv getesteten Bewohner wiesen Symptome der Covid-19-Erkrankung auf, jedoch habe noch keine Einweisung in ein Krankenhaus erfolgen müssen. Alle übrigen Bewohner der getesteten Wohnbereiche 2 und 3 seien negativ.