Stadt Willich: Roboterfreaks unter sich

Stadt Willich: Roboterfreaks unter sich

26 internationale Aussteller waren bei der dritten Transformers-Fan-Convention im Kaisersaal Schiffer vertreten. Die verwandelbaren Spielzeugroboter begeistern mittlerweile mehrere Generationen. Besucher nahmen lange Anreisen in Kauf.

Der überlebensgroße schwarzrote Roboter marschiert mit gleichmäßig schweren Schritten heran, seine roten Leuchtaugen scheinen die Besucher geradewegs zu fixieren. Doch hinter dem düsteren Schaumstoff-Kampfvisier verbirgt sich in Wirklichkeit ein freundlicher junger Mann: Nicolai Lisges (22) reiste extra aus Kassel zur Transformers-Fan-Convention an und schlüpfte passend zum Thema in sein selbst gebautes Kostüm: "Da stecken acht Monate Arbeit drin. Der Transformer heißt Rush, eine eigene Wortschöpfung", sagt der 22-Jährige mit dem Transformers-Kopf unterm Arm.

Die Fachsimpeleien wollten gar nicht enden. Foto: Wolfgang Kaiser

Etwas unheimlich war das Betreten des Kaisersaals gestern schon — was Außenstehenden komisch oder verquer vorkommen mag, ist für Sammler und Spielzeugliebhaber eine willkommene Gelegenheit, sich zu treffen und auszutauschen. Veranstalter Marc "Lucy" Sachs, Betreiber eines Transformers-Forums im Internet, hatte 26 Händler aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und aus England an den Niederrhein geholt und war von der Resonanz begeistert: "Wir haben 200 Eintrittskarten vorverkauft, ich rechne mit mindestens 300 Besuchern."

Der Viersener entdeckte die Transformers 1984 für sich, als ein Klassenkamerad und er damit spielten. "Ich war hellauf begeistert", sagt Sachs, der es noch immer ist. Der Tag begann mit der Rockband "Rampage" und einer lautstarken Premiere: "Die haben einen Transformers-Song geschrieben", sagt der Veranstalter und weist darauf hin, dass der Bandname auch der eines Transformers ist. Die Spielzeugroboter sind Action-Figuren, die sich mit einigen Handgriffen in Fahr- oder Flugzeuge, Alltagsgegenstände oder Tiere und zurück verwandeln lassen. Sie werden seit 1984 von Takara (Japan) und Hasbro (USA) hergestellt. Dazu gehören die gleichnamige Zeichentrickserie, Comics und seit 2007 auch drei Kinofilme.

Die erste Generation

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Zurück ins Jahr 1984 katapultierte ein Händler aus Limburg seine Kunden: "Das ist die erste Generation, die gab es von 1984 bis 1987", sagt er und zeigt auf Spielzeugteile in Plastikhüllen. Ungeöffnet im Originalkarton kosten solche Figuren bis zu 2500 Euro — nicht das Spiel, sondern die Sammellust steht dann im Vordergrund. So werden 250 Euro fällig für den Transformer "Bruticus", fünf einzeln originalverpackte kleine Roboter, die zusammen einen Großen ergeben. Serien wie Star Wars waren ebenfalls vertreten, die Schnittmenge vereint Sammler und Fans gleichermaßen.

Das Ergebnis sind Crossover wie der Jedi Starfighter, der sich in einen Roboter transformieren lässt. Fans ziehen sich T-Shirts mit der Aufschrift "Bubble-Becky" an und erkennen daran den jeweiligen Lieblingscharakter.

Joeri aus Amsterdam importiert japanisches Spielzeug und erklärt den Unterschied zwischen den Generationen: "Jüngere haben die Filme gesehen, Ältere mit den Figuren gespielt. Hier treffen sich alle." Darunter sind auch junge Frauen wie Anja Marquardt. Saskia, die Freundin des lebendigen Roboters Nicolai, schwört auf die "böse Seite" und ging als "Sound Wave": "Da werden Kindheitserinnerungen wach."

(tone)