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Stadt Kempen: Ressourcen sparen, Umwelt schonen

Stadt Kempen : Ressourcen sparen, Umwelt schonen

Im Kempener Gymnasium Thomaeum ist die Ausstellung "Re-act" zu sehen. Anhand von zehn Ausstellungstafeln rücken Ressourcen und deren Verbrauch in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Die Blicke der Schüler sind fassungslos. Dass jede Minute tropischer Regenwald in einer Gesamtfläche von 35 Fußballfeldern zerstört wird, jede Person pro Jahr rund 251 Kilogramm Papier verbraucht, wobei der Tagesverbrauch bei 680 Gramm liegt, was der Papiermenge eines Harry Potters Bandes entspricht, die Herstellung eines Baumwoll-T-Shirts 2700 Liter verschlingt oder das jede Stunde 320.000 Coffee-To-Go-Becher in Deutschland genutzt werden sind Zahlen, die nur schwer vorstellbar sind.

Und doch sind all diese Zahlen real. Sie gehören zu den zehn großen Ausstellungstafeln, die derzeit im Pädagogischen des Gymnasiums Thomaeum stehen. Nachdem im vorigen Jahr bereits die Multivisionsshow "REdUSE", die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigte, im Thomaeum Station gemacht hatte, hat die Biologie- und Chemielehrerin Barbara Godizart in diesem Jahr die Ausstellung "Re-act - Her mit dem (ressourcen)-leichten Leben" an das Gymnasium geholt. Wobei keine Kosten für die Nutzung entstehen, da das Projekt vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt gefördert wird. Die Ausstellung nimmt unter anderem den Ressourcenverbrauch unter die Lupe, beleuchtet Kaufverhalten, gibt Anregungen zum Reparieren, Tauschen, Teilen und Selbermachen. Sie beschäftigt sich mit der Rückführung in den Stoffkreislauf und setzt sich mit dem Thema Abfälle auseinander. Es geht nicht nur darum unverrückbare Tatsachen, die den Ressourcenverbrauch betreffen, aufzuzeigen, sondern die Schüler auch anzuregen, eigene Ideen zu entwickeln, wie vor Ort Ressourcen gespart und die Umwelt geschont werden kann. "Alle Schüler, von der Klasse 5 bis zur Oberstufe durchlaufen die Ausstellung in den verschiedenen Fächern und wir sind auf Folgeprojekte gespannt", bemerkt Godizart. An Ideen, angeregt durch "Re-act", mangelt es den Schülern nicht. Wobei die Ausstellung zwecks Kennenlernen mit einer Rallye gestartet wird.

Marie ist der Gedanke gekommen, dass ein Trinkbrunnen in der Schule helfen könnte, Plastikwasserflaschen einzusparen. Ans praktische Arbeiten haben sich bereits Merit, Ignacia, Leonie und Mona gemacht. Die vier Neuntklässlerinnen wollen die Schulwege ihrer Stufenkameraden unter die Lupe nehmen. Es ist nämlich die Idee entstanden, beim Stadtradeln im Sommer teilzunehmen. Um aber genau zu erfahren, was eigentlich an Abgasen und Erderwärmung eingespart werden kann, gilt es erst einmal herauszubekommen, von wo welcher Schüler anreist und auf welche Art und Weise das geschieht. Ignacia hat schon Kempen in den Mittelpunkt einer eigens hergestellten Karte gestellt. Dazu kommen die Nachbarorte. Per Punkt soll jeder Schüler eintragen, woher er kommt. "Wenn wir unterschiedliche Farben nehmen, können wir direkt die Art der Fortbewegung festhalten. Vielleicht grün für Rad, rot für Auto, gelb für Bus", schlägt Merit vor.

Elli hat einen ganzen anderen Vorschlag parat. "Wir können mit unserem Kursus Mensch und Umwelt einmal im Monat ein gesundes, einfaches Mittagessen zubereiten. Statt Pizza und Co., samt dem Müll, der dazu gehört, könnte hier vor Ort gegessen werden", sagt die 14-Jährige. Gemeinsam mit Jule und Luna will sie den Einfall ausarbeiten. Die Siebtklässler haben indes den Plan, eine Woche lang alle leeren Toilettenrollen zu Hause zu sammeln, um daraus ein Kunstwerk zu schaffen. Damit soll ein Bewusstsein für das Müllaufkommen geschaffen werden. Auch das Mülltrennen in der Schule kommt zur Sprache, ebenso wie die Idee, eine Givebox aufzustellen. Wobei hier in erster Linie an Bücher gedacht ist, die man mehr braucht, aber vielleicht anderen noch von Nutzen sind. Eins steht fest: Bei den verschiedenen Klassen sind, motiviert durch die Ausstellung, die unterschiedlichsten Ideen entstanden, die nun weiterverfolgt werden.

Die Ausstellung "Re-act" - Her mit dem (ressourcen)-leichten Leben" steht allen interessierten Besuchern offen. Sie kann heute von 8 bis 15.45 Uhr und morgen von 8 bis 14.15 Uhr im Pädagogischen Zentrum des Thomaeums kostenfrei besucht werden.

(RP)