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Raimund Berg wird neuer Beigeordneter und Kämmerer in Willich

Willich : Raimund Berg wird neuer Kämmerer

An der Willicher Stadtspitze stehen in diesem Jahr große Veränderungen an. Bürgermeister und Erster Beigeordneter/Kämmerer wechseln. Der Stadtrat hat jetzt einen neuen Kämmerer gewählt – mit knappem Ergebnis.

Raimund Berg wird der neue Kämmerer der Stadt Willich und der Nachfolger von Willy Kerbusch. Der Willicher Rat wählte ihn mit dem knappen Ergebnis von 23 Ja- und 21 Nein-Stimmen. Die Wahl erfolgte geheim – angesichts des Beifalls nach der Verkündigung des Wahlergebnisses ist aber davon auszugehen, dass Berg die Stimmen von CDU und Grünen erhalten hat. Die Ratssitzung fand wegen der Vorschriften zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in der Jakob-Frantzen-Halle in Willich statt. Vor der Wahl hatte Detlef Nicola („Für Willich“) eine Sitzungsunterbrechung veranlasst, weil er kurz vor der Sitzung noch Informationen zur Person des Bewerbers bekommen habe, die er mit seinen Fraktionskollegen besprechen wollte.

Mit Raimund Berg (seit Donnerstag 49 Jahre alt) wird erstmals ein Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen einen Posten in der Willicher Verwaltungsspitze besetzen. Mit dem Auswahlverfahren hatten alle Fraktionen das Unternehmen „zfm“ aus Bonn beauftragt. Laut Sitzungsvorlage hatten „zwei von drei als besonders geeignet ausgewiesene Bewerber ihre Bewerbung zurückgezogen“ – somit war Berg der einzige Bewerber. Berg ist seit 2004 Ratsmitglied und seit 2007 Fraktionsvorsitzender der Grünen. Beruflich ist Berg (promovierter Ökonom) als Wissenschaftlicher Referent in einem großen deutschen Forschungszentrum und seit 18 Jahren auch als Dozent an verschiedenen Hochschulen in ganz Deutschland in den Bereichen Wirtschaft, Kommunalmanagement und Führungskräfteentwicklung tätig. Er ist verheiratet, hat ein Kind und wohnt in Neersen.

Die Besetzung von Beigeordnetenstellen in einer Verwaltung hat häufig auch einen politischen Hintergrund. So sind Vereinbarungen üblich, welche Fraktion für eine so hochrangige Stelle ein Vorschlagsrecht hat. Noch-Kämmerer Willy Kerbusch gilt als SPD-nah, wobei seine Arbeit fraktionsübergreifend sehr geschätzt wird. Die Grünen und die CDU hatten Ende 2017 bekannt gegeben, in einer „strategischen Partnerschaft“ zusammenarbeiten zu wollen.

„Ich danke für das Vertrauen der Mehrheit im Rat. Ich habe die Verantwortung gegenüber der Stadt, einen ordentlichen Job zu machen, und das werde ich tun. Meine Tür wird für alle Fraktionen offenstehen“, sagte Berg auf Nachfrage unserer Redaktion.

Der Rat hat im Kontext der personellen Veränderungen an der Verwaltungsspitze noch weitere Veränderungen beschlossen. Angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen, die die Corona-Pandemie auch an die Verwaltung stellt, wurde beschlossen, für sechs Monate (bis 31. Mai 2021) eine vierte Beigeordnetenstelle einzurichten. Sie ist für Willy Kerbusch vorgesehen, der in dieser Zeit den neuen Kämmerer und den dann ebenfalls neuen Bürgermeister begleiten soll. Christian Pakusch (CDU) betonte, dass dieser Ansatz auch eine Idee aus dem Modernisierungsprozess der Verwaltung aufgreife. Dabei war beschlossen worden, dass es ein „Wissensmanagement“ für die Verwaltung geben soll.

Noch während der Ratssitzung versandten CDU und Grüne eine gemeinsame Presseerklärung. Darin heißt es unter anderem: „Die Wahl von Dr. Raimund Berg zum Beigeordneten für die Geschäftsbereiche Personal und Organisation, Freizeitbad De Bütt und die Gemeinschaftsbetriebe Willich zum 1. Dezember 2020 sowie zum Stadtkämmerer zum 1. Juni 2021 durch den Rat der Stadt Willich sorgt nach Ansicht der Parteivorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen und CDU, Merlin Praetor und Christian Pakusch, für stabile und zukunftsfeste Verhältnisse in der Verwaltungsführung der Stadt.“

Kommentar: Berg tritt in große Fußstapfen