Räume des Vereins "KuKt" in Willich eröffnet

Kulturtreff : Neuer Verein macht kulturelle Angebote

Begonnen hat alles mit dem interkulturellen Kunstprojekt „Art.together“:  Dabei malten Einheimische und Flüchtlinge gemeinsam, beschäftigten sich mit bildender Kunst. Das Projekt endete im Dezember.

„Das fanden wir schade und haben überlegt, etwas Eigenes zu machen“, sagt Heinrich Becker (66). Nun, acht Monate später, hat sich einiges getan.

Zunächst wurde ein Verein gegründet, „KuKt – internationaler Kunst- und Kulturtreff in Willich“, dessen Vorsitzender Becker heute ist, und mit einem Ladenlokal an der Peterstraße ein Ort gefunden, an dem sich kunst- und kulturinteressierte Bürger treffen und sich austauschen können. Am Samstag wurden die Räume eröffnet. „Wir haben den Ansatz erweitert“, erklärt Karstjen Schüffler-Rohde (61), die Schriftführerin. „Die Leute müssen nicht zwingend Künstler sein, sollen aber Interesse an einem kulturellen Ansatz haben.“ Es solle eine Begegnungsstätte entstehen, die Raum für Musik, bildende Kunst, aber auch Diskussionsabende bietet, ein offener Treff, der zum Kommunizieren einlädt, ergänzt Becker.

Am Programm wird noch gearbeitet. Sicher ist, dass es ab Mitte September an drei Nachmittagen (Montag bis Mittwoch) ein festes Angebot geben wird. Der Kunstkursus am Mittwoch ist schon fast ausgebucht, sodass es vielleicht einen zweiten geben wird. Zusätzlich bietet Becker montagvormittags zwischen 10 und 12 Uhr Hilfe rund um Smartphone- und Tablet an. „Wir freuen uns über weitere Unterstützung und stellen unsere Räume gern jedem zur Verfügung, der etwas im kulturellen Bereich anbieten möchte: Lesungen, Zeichnen, Musizieren“, so Becker.

In den nächsten Wochen werde ein Plan erstellt. „Es ist wichtig, dass wir jetzt ein regelmäßiges Angebot haben, um eine verlässliche Größe zu werden“, betont Schüffler-Rohde. Der Verein hat 23 Mitglieder, bei der Eröffnung haben viele Besucher ihre Unterstützung zugesagt. Nesrin Mahmoud (49) ist seit drei Jahren in Willich. Sie stammt aus Syrien und hat an Art.together teilgenommen, ist jetzt Beirätin des KuKt. „Dies hier ist noch besser als das Kunstprojekt, es können mehr Leute teilnehmen, das Angebot ist größer.“ Auch Christine Mellner (50) war in dem Projekt, freut sich nun über das neue Kulturzentrum: „Ich wohne um die Ecke, kann jederzeit herkommen.“ Dies sei ein klarer Vorteil gegenüber einem reinen Kursus, bei dem man sich ein paar Mal treffe. „Wir wohnen alle nah beieinander, können uns öfter sehen. Wir inspirieren uns gegenseitig und können uns bei Arbeiten helfen.“ Edeltraud Gubler (58) hatte keine Lust, zu Hause alleine zu malen: „In der Gemeinschaft hat es direkt funktioniert, wir mochten uns auf Anhieb.“ Sie finde es schön, auf Menschen mit gleichen Interessen zu treffen, malt Aquarelle und wird hier im KuKt eventuell Kurse dazu anbieten. Anne-Claire Orlean (53) ist begeistert vom KuKt: „Die Idee ist sehr gut, die Leute hier zusammenzubringen, es ist eine tolle Anlaufstelle: Wie man bereits an der Eröffnung sieht, kann man so gut zeigen, was die unterschiedlichen Kulturen zu bieten haben.“

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