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Stadt Willich: Probleme beim Kündigen der Gasverträge

Stadt Willich : Probleme beim Kündigen der Gasverträge

Auf die Stadtwerke Willich sind Bernd Häckel und Harald Brülls nicht gut zu sprechen. Beide Anrather haben Schwierigkeiten beim Wechsel des Gas-Anbieters. Die Stadtwerke versprechen eine schnelle Klärung des Sachverhalts.

Als im vergangenen Jahr die Kunden der Stadtwerke Willich über die Preiserhöhung im Gassektor informiert worden, war der Unmut bei vielen Kunden groß. Bei einigen blieb es dabei nicht bei der Aufregung. Sie schritten zur Tat. Darunter auch Bernd Häckel, der sich besonders darüber aufregte, dass die Stadtwerke eine einseitige Vertragserklärung in das Kündigungsschreiben gepackt hatten.

Dort war nämlich zu lesen "Sollten wir innerhalb von zwei Wochen ab Datum dieses Schreibens keine Rückmeldung von Ihnen erhalten, uns aber auch kein schriftlicher Widerspruch zur Fortsetzung des Energielieferverhältnisses auf der Grundlage des neuen Vertrages vorliegen, gehen wir von einer Forstsetzung aus".

Der Anrather suchte sich einen anderen Anbieter aus und beauftragte diesen mit der künftigen Gasversorgung des Einfamilienhauses. Kurze Zeit später erhielt Häckel einen Brief des neuen Versorgers, mit dem Hinweis er könne nicht übernehmen, da noch eine Bindung an die Stadtwerke bestünde.

"Die Stadtwerke kündigen mir meinen bis dato bestehenden Liefervertrag. Ich beauftrage darauf hin einen anderen Anbieter und bekomme dann eine solche Aussage. Das geht nicht", empört sich Häckel. Er setzte sich darauf hin mit den Stadtwerken in Verbindung, wobei nach einigen hin und her die Kündigung des Liefervertrages bestätigt wurde und der neuen Anbieter übernahm.

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So viel Glück hatte Harald Brülls nicht. Aufgrund der Tatsache, dass eine einseitige Vertragserklärung keine Gültigkeit hat, kündigte er im Januar den Gasliefervertrag mit den Stadtwerken Willich. "Mein 'STW Gas compact' Vertrag war ja bereits im Vorjahr von den Stadtwerken gekündigt worden. Damit war ich nach meiner Ansicht automatisch in die Grundversorgung gerutscht und die ist jederzeit mit einer Frist von 14 Tagen kündbar", sagt Brülls.

Doch weit gefehlt. Ihm wurde von Seiten der Stadtwerke mitgeteilt, dass sein Vertrag noch bis 30. September 2013 laufen würde. Für Brülls unverständlich. Bei den Stadtwerken hat man allerdings eine Erklärung dafür. "Das Problem sind die automatisierten Prozesse", sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Albert Lopez. Und die setzen bereits mit der einseitigen Vertragserklärung ein, die die Stadtwerke seit einigen Jahren nutzen, wenn es zu Kündigungen oder weiteren Änderungen in den Verträgen kommt. "Wir machen dies, um den Kunden entgegen zu kommen. Würden wir von allen Kunden eine Rückantwort verlangen, würden viele das einfach überlesen und sich am Ende des nächsten Jahres wundern, warum sie eine so hohe Rechnung bekommen. Denn, wer nicht antwortet würde ohne unsere einseitige Vertragserklärung automatisch in die teuere Grundversorgung rutschen. Und das wollen wir verhindern", informiert Lopez. Mit dieser Automatisierung sind Kunden, die nicht kündigen oder sich anderweitig melden wieder in einem günstigeren Energievertrag. Kommt dann allerdings eine spätere Kündigung erfolgt aufgrund dieser Automatisierung ebenso automatisch das Schreiben, dass noch ein Vertrag besteht.

"An diesem Problem müssen wir arbeiten. Selbstverständlich lassen wir jeden, der bei uns kündigt gehen", betont Lopez. Wer also später kündigt, rutscht rückwirkend von Ablauf des alten Vertrags bis zum Kündigungszeitpunkt in die Grundversorgung mit den entsprechenden Kündigungsfristen, aber auch dem teueren Gaspreis.

Lopez verspricht den Einzelfall, wie er den Vorgang Brülls beschreibt, schnellstmöglich zu klären. Denn eine Kündigungsbestätigung von Seiten der Stadtwerke hat Brülls bis dato noch nicht in seinem Briefkasten gefunden.

FRAGE DES TAGES

(tref)