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Privatschule „Carpe Diem“ in Anrath

Privatschule „Carpe Diem“ in Anrath : Im nächsten Jahr startet die Oberstufe

Schulleiter Luca Bonsignore blickt auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück. Die Privatschule „Carpe Diem“ in Haus Broich in Anrath hat sich etabliert.

„Wir haben Haus Broich zur Schule umgeformt“, bringt Luca Bonsignore mit einem Satz die Arbeit von einem Jahr auf den Punkt. Das historische Haus, in dem bis Ende 2017 die BIW-Bank zu Hause war und das davor als Kinderheim sowie Förderschulinternat für Spätaussiedlerkinder genutzt wurde, ging im vergangenen Sommer als Privatschule an den Start. Der Schulleiter und Geschäftsführer der Privatschule „Carpe Diem“ spricht von einem guten ersten Jahr. „Es war eine arbeitsintensive Zeit. Wir mussten eine Schule von null starten. Wir haben unser erstes Jahr als Testphase bezeichnet. Eine Testphase, die mit Bravour gemeistert wurde“, findet Bonsignore.

Schließlich musste sich nicht nur ein Team aus Lehrern, Schulsozialarbeitern, sozialpädagogischen Erziehern und weiteren Mitarbeitern wie Hausmeister, Veraltungsmitarbeiter und Hauswirtschaftsmeisterin zusammenfinden, sondern es galt, die Schule auch bautechnisch fit zu machen und den neuen Anforderungen anzupassen. Weitere Internatszimmer wurden im laufenden Betrieb ausgebaut und Schulräume optimiert. Los ging es im vorigen Schuljahr 2018/19 mit 30 Schülern, die von Klasse fünf bis zehn unterrichtet wurden. Die Zahl kletterte im Laufe des Jahres auf 45 Schüler. „Das neue Schuljahr starten wir mit 70 Schülern, wobei die erste Oberstufe dazukommt“, informiert Bonsignore.

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Das multimediale Lernkonzept der Schule mit ihrer familiären Atmosphäre, den kleinen Lerngruppen bis zu maximal zehn Schülern und dem individuellen Eingehen auf die Schüler kommt an. „Wir nehmen uns Zeit für jeden einzelnen Schüler. Wir schauen nicht nur auf die Leistungen, sondern sehen den Menschen mit all seinen Bedürfnissen“, betont Bonsignore. Wobei es nicht nur hochbegabte junge Menschen sind, die „Carpe Diem“ besuchen. Jugendliche mit ADHS, dem Asperger-Autismus und auch Schulverweigerer gehören ebenfalls zu den Schülern. Die maximale Schülerzahl liegt bei 120, wobei bis zu 45 Internatsplätze möglich sind. 35 Internatsplätze gibt es aktuell. Bei den restlichen Lernplätzen handelt es sich um Externe. „Im neuen Schuljahr haben wir mit 16 Schülern eine so starke zehnte Klasse, dass wir diese schon teilen müssen“, informiert Bonsignore. Die derzeitigen Zehntklässler haben alle den Abschluss mit Empfehlung für die Oberstufe erreicht und werden diese nach den großen Ferien besuchen.

In den Sommerferien ziehen die Handwerker wieder in Haus Broich ein. Sie werden in verschiedenen Bereichen tätig. Die Mensa, bislang in der ehemaligen Kapelle angesiedelt, zieht näher an die Küche heran, um Abläufe zu vereinfachen. War es bislang so, dass ein Catering-Unternehmen für das Mittagessen sorgte, so ist geplant, die Küche im kommenden Schuljahr aufgrund der gestiegenen Schülerzahl mit einem eigenständigen Team zu versehen. Das Sekretariat wird in den großen Besprechungsraum umziehen, wofür dieser geteilt wird.

„Unsere Testphase hat zudem gezeigt, dass mehr Einzelzimmer gewünscht sind. Also werden wir in den Ferien umbauen und aus Zweibettzimmern Einzelzimmer machen“, berichtet der Schulleiter. Zudem kommt es zum Ausbau weiterer Klassenzimmer. Sieben Klassenräume gibt es derzeit. Nach den Sommerferien werden es elf sein. Dazu kommen ein neues Labor und ein Atelier. „Carpe Diem“ bleibt vorerst weiterhin ein reines Wocheninternat, die Schüler fahren also am Wochenende nach Hause. Wobei der Busshuttle-Service für die externen Schüler aus Düsseldorf mit dem Schuljahr ’19/’20 von drei Tagen pro Woche auf fünf Tage erhöht wird.

Wichtig ist der Privatschule die Zusammenarbeit mit Willicher Vereinen. Unter anderem gibt es Kooperationen mit dem Polo-Club und einem Reitstall, einem Fußballverein und einem Fitnessstudio. „Wir möchten ein in der Gemeinschaft offenes Haus bleiben“, betont Bonsignore. Dies soll auch durch Aktionen wie einem Adventsbasar, bei dem Besucher die Schule kennenlernen können, unterstützt werden.