Postfiliale in Neersen schließt zum Jahresende

Rückzug aus Neersen : Nachfolger für Postfiliale gesucht

Zum 31. Dezember schließt die Neersener Post ihre Türen. Die Deutsche Post sucht nach einem Nachfolger. Ein neuer Betreiber für eine Filiale ist allerdings noch nicht in Sicht.

Die Post in Neersen hat schon des Öfteren für ein wenig Unruhe im Ortsteil gesorgt und einige Umzüge hinter sich gebracht. Es ging vom Minoritenplatz zur Kirchhofstraße, von dort erneut zum Minoritenplatz, dann zur Virmondstraße. Aktuell ist die Post samt einer integrierten Postbank am Eichenweg 1 zu finden. Allerdings nur noch bis Ende des Jahres. Die dortige Filiale schließt ihre Türen mit dem 31. Dezember 2018.

Ab dem neuen Jahr steht der kleinste Stadtteil von Willich ohne Post da. Zumindest was den aktuellen Stand der Dinge betrifft. Die Betreiberin hat den Vertrag mit der Deutschen Post gekündigt, und das liegt wiederum an einem Kündigungsschreiben der Postbank. Diese möchte die Dienstleistungen der Postbank aus dem Betrieb der Partneragentur ersatzlos streichen. Eine normale Postfiliale ohne Finanzdienstleistungen sieht die Betreiberin indes nicht mehr als rentabel an.

Von Seiten der Pressestelle der Deutschen Post heißt es, dass die durch Digitalisierung ausgelöste Veränderung im Kundenverhalten dazu führt, dass Postbank und Deutsche Post regelmäßig ihr Filialnetz in Bezug auf Kundenverkehr, Produktnutzung und auch Kosten überprüfen. Für die Partnerfiliale der Deutschen Post in Neersen hat diese Prüfung ergeben, dass Bankdienstleistungen hier nicht mehr wirtschaftlich nachhaltig angeboten werden können. Daher haben sich die Partner verständigt, diese Services aus der Partnerfiliale am Eichenweg 1 in Neersen herauszunehmen.

Doch wie die Gründe nun auch immer aussehen, für die Betreiberin in Neersen war diese Entscheidung der Auslöser, ihren gesamten Vertrag mit der Post zu kündigen. „Wir sind derzeit auf der Suche nach einem neuen Kooperationspartner und sind zuversichtlich, einen solchen auch zu finden, damit wir einen nahtlosen Übergang der Postleistungen anbieten können. Wir wollen auf jeden Fall vor Ort bleiben“, teilt die Pressestelle der Deutschen Post mit.

Ralf Klein, Geschäftsführer des FDP-Ortsverbandes Willich, hat sich indes an den zuständigen Manager der Deutschen Post gewandt. In seinem Schreiben bittet er darum, „abermals das Gespräch mit der jetzigen Betreiberin zu suchen und eine für alle Seiten befriedigende und dauerhafte Lösung zu finden“. Er ist sich sicher, dass das Beibehalten der Postbank-Dienstleistungen in der Summe mehr bringt als die Negativfolgen der Filialaufgabe, die nach seiner Meinung am Ende zwangsläufig zu hohen Kosten bei der Deutschen Post führen würden. Klein führt an, dass der Stadtteil Neersen mit seinen über 7000 Einwohnern die Postagentur mit all ihren bislang bestehenden Dienstleistungen dringend brauche, zumal in Neersen eine Vielzahl von Senioren lebe, die mit Onlinebanking und Co. nicht viel zu tun hätten.

In Sachen einer generellen Postfiliale erinnert Klein zudem auf die von der Bundesregierung erlassene Post-Universaldienstleistungsverordnung. Im Paragraf zwei heißt es über die Qualitätsmerkmale der Briefbeförderung: „In Gemeinden mit mehr als 4000 Einwohnern und Gemeinden, die gemäß landesplanerischen Vorgaben zentralörtliche Funktionen haben, ist grundsätzlich zu gewährleisten, dass in zusammenhängend bebauten Gebieten eine stationäre Einrichtung in maximal 2000 Metern für die Kunden erreichbar ist.“ Eine Postfiliale für Neersen sei damit gesetzlich ein Muss, und nicht nur er frage sich, warum gut funktionierende, bestehende Strukturen willkürlich zerstört würden.

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