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Tönisvorst: Polizei warnt vor Kaffeefahrt

Tönisvorst : Polizei warnt vor Kaffeefahrt

Viele Bürger haben in den vergangenen Tagen Post von einem angeblichen Finanzdienstleistungsunternehmen erhalten. In dem seriös erscheinenden Schrieben wird den Adressaten ein Gewinnauszahlung von 1000 Euro in Aussicht gestellt. Doch die Polizei warnt vor dem Schreiben.

Dieses Geld, so steht es in dem Schreiben, sollte mit Rahmenprogramm, Geschenken und Frühstück bei einer Busfahrt ausgezahlt werden. Verdächtig erscheint der Polizei jedoch der Umstand, dass die Anmeldung zu der Veranstaltung an eine Postfachadresse gesandt werden sollte. Darum rät die Kreispolizeibehörde zur Vorsicht. Nach kriminalistischer Erfahrung dienen derartige Gewinnbenachrichtigungen ausschließlich dem Zweck, Teilnehmer für so genannte Kaffeefahrten zu gewinnen.

Eine Auszahlung angeblicher Geldgewinne erfolge bei diesen Veranstaltungen nicht, so die Polizei. Auf "Kaffeefahrten" gehe es nur um das Geschäft. Meist sollen Betten, Decken, Kochtöpfe, Badezusätze, Nährmittel, Trinkkuren und ähnliche Erzeugnisse verkauft werden.

Da auch Busse, Saal, Essen und Geschenke bezahlt werden müssen, sind Angebote nach polizeilicher Erfahrung nie günstiger, häufig minderwertiger und regelmäßig teurer als im Fachhandel. Trotzdem kommen Teilnehmer an Kaffeefahrten mit finanziellen Verpflichtungen von teils mehreren hundert Euro nach Hause, wo sie Qualität und Preis vergleichen, dieselbe Ware billiger entdecken oder nur merken, dass sie sich übernommen haben.

Eine strafbare Handlung ist bei diesen Gewinnversprechen und Einladungen zunächst nicht erkennbar. Wer nicht an einer Werbeverkaufsveranstaltung teilnehmen möchte, dem rät die Kreispolizeibehörde, die Anschreiben zu vernichten und die Einladung nicht anzunehmen.

Den Menschen, die das Veranstaltungsangebot wahrnehmen wollen, rät die Polizei: Lassen Sie sich auf Kaffeefahrten unterhalten, verzehren Sie die angebotenen Speisen und nehmen Sie die Geschenke mit. Fühlen Sie sich aber niemals zu einer Bestellung oder einem Kauf verpflichtet. Wenn es dann doch passiert ist, bietet Schutz vor solchen unüberlegten Käufen das "Gesetz über den Widerruf von Haustürgeschäften und ähnlichen Geschäften".

Binnen zwei Wochen können Kaufverträge, die auf Kaffeefahrten oder ähnlichen Veranstaltungen abgeschlossen wurden, widerrufen werden - am sichersten per Einschreiben mit Rückschein. Zur Fristwahrung kommt es nur auf das Absendedatum an.

Nur unseriöse Vertreter versuchen, diese verbraucherfreundliche Regelung zu unterlaufen, indem sie Bestellungen ohne Datum schreiben, sie zurückdatieren oder das Unternehmen unleserlich oder gar nicht angeben. Das kann Verbraucherrechte gefährden. Wer auf Werbeveranstaltungen kauft, sollte wenigstens auf das Datum und die Belehrung über das Rücktrittsrecht achten.

Die Polizei rät: Käufer sollten eine Vertragsdurchschrift fordern, auf der Name und Anschrift des Vertragspartners deutlich lesbar sind und die das gültige Datum sowie eine Unterschrift und eine Belehrung über das Widerrufsrecht beinhaltet.

(ots/dur)