Pendlerströme: Wo arbeiten Berufstätige aus Kempen, Willich, Tönisvorst und Grefrath?

Pendler-Statistik : 18.000 Willicher pendeln zur Arbeit

Das Statistische Landesamt hat neue Zahlen zu Berufspendlern herausgegeben. Die Pendlerströme zeigen, wo Willicher, Kempener, Tönisvorster und Grefrather arbeiten.

Wer morgens von Willich oder Tönisvorst aus auf die A44 oder aus Kempen auf die A40 möchte, braucht oft Geduld. Auch an anderen Stellen staut sich der Verkehr – und auf dem Heimweg am späten Nachmittag rollen die Blechlawinen in umgekehrter Richtung. Doch wohin fahren die Leute im Auto vor und hinter mir eigentlich? Interessante Daten dazu hat jetzt das Statistische Landesamt im Pendleratlas herausgegeben. Dass die Zahl der Pendler insgesamt steigt, überrascht nicht: 4,74 Millionen der 9,08 Millionen Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen pendelten im Jahr 2017 arbeitstäglich über die Grenzen ihres Wohnortes hinweg zur Arbeit. Der Pendleratlas verrät auch, wie viele Berufstätige in die einzelnen Kommunen einpendeln und wie viele hinaus. Wir haben uns die Pendlerströme für Kempen, Willich, Tönisvorst und Grefrath angeschaut.

Fangen wir mit Willich, der mit 51.000 Einwohnern größten Stadt im östlichen Kreis Viersen, an: Durch ihre Nähe zu Düsseldorf liegt es auf der Hand, dass viele Menschen zur Arbeit in die Landeshauptstadt fahren – genau 4371 waren es Tag für Tag im Jahr 2017. 3152 Berufstätige pendeln täglich nach Krefeld, drittbeliebteste Stadt ist Mönchengladbach mit 1773 Pendlern. 884 fahren nach Viersen, 881 nach Neuss. Insgesamt pendeln 17.788 Frauen und Männer aus der Stadt Willich zur Arbeit in andere Städte.

Durch die in den vergangenen Jahren immens gewachsenen Gewerbegebiete Münchheide und Stahlwerk Becker zieht es zum Arbeiten aber auch viele Arbeitnehmer von außer­halb nach Willich – 14.127 waren es insgesamt. 2715 Pendler kommen pro Tag aus Krefeld, 1770 aus Mönchengladbach, 1076 aus Viersen, 755 aus Düsseldorf und 645 aus der Nachbarstadt Tönisvorst.

Arbeitnehmer aus Kempen zieht es vor allem nach Krefeld: 3123 sind es Tag für Tag, auf Platz zwei folgt mit einigem Abstand Düsseldorf mit 1160, auf dem dritten Rang liegt Tönisvorst mit 654 pendelnden Berufstätigen, dicht gefolgt von der Kreisstadt Viersen mit 624 Kempener Auspendlern. Ins gut 20 Kilometer entfernte Duisburg fahren 518 Personen. Insgesamt fahren täglich 10.929 Menschen von Kempen aus in andere Kommunen zum Arbeiten. Dafür kommen 11.772 Einpendler in die Thomasstadt – die meisten (2375) aus Krefeld; aus Grefrath sind es 915, aus Tönisvorst 836, aus Nettetal 585 und aus Viersen 517.

Interessant sind auch die Zahlen für Tönisvorst (29.276 Einwohner). Während sich in Kempen und Willich die Ein- und Auspendlerquoten jeweils bei knapp über 60 Prozent bewegen, liegt die Quote der Auspendler aus Tönisvorst bei satten 73 Prozent – das sind 11.158 Personen. Ihre Ziele: vor allem Krefeld mit 4207 Arbeitnehmern, Düsseldorf mit 1241, Kempen mit 836, Willich mit 645 und Viersen mit 588. Nach Tönisvorst kommen täglich 7196 Einpendler. Aus Krefeld sind es 2218, aus Kempen 654, aus Viersen 633, aus Willich 554 und aus Mönchengladbach 353. 63,6 Prozent der in Tönisvorst arbeitenden Frauen und Männer kommen von außerhalb.

Auch die meisten Grefrather (74 Prozent der Berufstätigen) verlassen ihre 15.000-Seelen-Gemeinde für die tägliche Arbeit: Die meisten der 5710 Auspendler zieht es Tag für Tag nach Krefeld (935), 915 fahren nach Kempen, 739 nach Viersen, 412 nach Mönchengladbach und 398 nach Düsseldorf. Umgekehrt kommen täglich 2584 Arbeitnehmer nach Grefrath. Die meisten von ihnen, nämlich 472, kommen aus Viersen. Aus Nettetal machen sich Tag für Tag 454 Arbeitnehmer auf den Weg zur Arbeit nach Grefrath, aus Kempen sind es 395, aus Krefeld 243 und aus Tönisvorst134.

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