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Stadt Willich: Öl-Unglück: Stadt filtert weiter

Stadt Willich : Öl-Unglück: Stadt filtert weiter

Der Zusammenstoß eines Tankwagens mit einem Auto in Wekeln im Mai 2008 wirft heute noch Schatten. Am Unfallort wird noch immer mit Öl kontaminiertes Grundwasser gereinigt. Länger als ursprünglich geplant.

Ende des Jahres 2008 sollten die Sanierungsarbeiten auf dem Erdbeerfeld bei Wekeln eigentlich beendet sein, hieß es damals in der Stadtverwaltung. Jetzt hat Willichs Technische Beigeordnete Martina Stall bestätigt: "Wir werden das Grundwasser noch etliche Wochen länger reinigen."

Bei einem Verkehrsunfall im Mai 2008 war ein Tanklaster in Wekeln mit einem Kleinwagen zusammengestoßen, von der Straße abgekommen und auf ein Erdbeerfeld neben dem Obsthof Mertens gekippt. Der damals 45-jährige Fahrer des Lkw wurde im Führerhaus eingeklemmt und von den Einsatzkräften verletzt geborgen. Die Unfallverursacherin (79) wurde ebenfalls verletzt und kam ins Krankenhaus.

2000 Liter Heizöl versickert

Der Tanklaster hatte rund 12 000 Liter Heizöl geladen, von denen 2000 ausliefen und teilweise im Boden versickerten. Das konnten auch die rund 80 Feuerwehrleute nicht verhindern, die mit Hochdruck versuchten, das Öl aufzufangen. Als die Behälter der Brandbekämpfer voll waren, half sogar noch ein Viersener Unternehmen mit Personal und Material aus.

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Die Untere Wasserbehörde des Kreises Viersen ließ noch am Unfalltag rund 100 Kubikmeter kontaminiertes Erdreich auskoffern und zu einer Spezialentsorgungsfirma nach Krefeld bringen. Außerdem ordneten die Mitarbeiter umgehend Bodenuntersuchungen an. Die zeigten Verunreinigungen durch Heizöl im Grundwasser an. Die Grundwasser-Schicht liegt im Bereich Wekeln nicht in der Durchschnittstiefe, sondern höher.

Ein paar Wochen später startete die Stadt in Abstimmung mit dem Kreis die Sanierungsphase II. Anfang September 2008 wurde erneut Erdreich abgetragen, dieses Mal rund 50 Kubikmeter. Außerdem wurden Pumpen in den Boden gebohrt, die über einen Brunneschacht verunreinigtes Grundwasser in so genannte Nasskohlefilter förderten. Dieser Filter reinigt das Wasser, das im Anschluss wieder ins Erdreich versickert.

Seitdem wird der Verunreinigungsgrad des Grundwassers regelmäßig überprüft. "Das Wasser wird stetig sauberer", erklärt Beigeordnete Stall. Ziel der Aktion ist ein unbelastetes Gelände. "Das Grundstück gehört der Stadt Willich", sagt Stall. Natürlich sei es im Interesse der Verwaltung, dass keine Altlast eingetragen werde. Dabei könne es durchaus passieren, dass solche Maßnahmen länger als geplant dauern. Unnormal sei es jedenfalls nicht.

Die Kosten der Grundstückssanierung muss übrigens die Unfallverursacherin beziehungsweise deren Versicherung tragen. Die Stadt Willich hat ihr gegenüber Schadensersatzansprüche geltend gemacht.

(RP)