Stadt Willich: Obst von der Stadt Willich

Stadt Willich : Obst von der Stadt Willich

Derzeit leuchten überall Äpfel und Birnen an den Bäumen. Auch bei der Stadt Willich. Sie besitzt nämlich rund 600 Obstbäume, die auf Streuobstwiesen stehen. Und die Bürger dürfen das Obst nach Anmeldung ernten.

Richtig reif ist der Boskop, in den Claudia Maibach gerade hineinbeist zwar nicht, aber er schmeckt schon. "Ich esse gerne etwas unreife Äpfel", sagt die Mitarbeiterin der Stadt Willich. Sie ist zuständig für die Pflege der Ausgleichsflächen in Willich, und dazu gehören auch 15 Streuobstwiesen mit einer Gesamtgröße von 8,5 Hektar Fläche. Die Streuobstwiesen, auch Bongerte genannt, sind in unterschiedlichen Größen auf alle vier Ortsteile von Willich verteilt. Rund 600 Bäume tragen hier die verschiedensten Früchte, angefangen von Kirschen über Apfel und Birnen bis hinzu Esskastanien.

"Wenn es sich anbietet legen wir als Ausgleichsfläche gerne eine Streuobstwiese an", erläutert Udo Hormes von der Stadtplanung. Für die Streuobstwiesen werden dabei Ortsrandlagen bevorzugt, weil sie auch früher schon eine typische Lage der Bongerte war.

Allesamt Hochstämme

Eine Streuobstwiese hat eine besonders idyllische Lage. Sie liegt nämlich direkt hinter dem Theodor-Heuss-Park in Anrath. Die rund 4700 Quadratmeter große Fläche war ehemals eine Wiese im Privatbesitz und wurde von der Stadt Willich gekauft, um eine Ausgleichsfläche für das damals neu gebaute Lise Meitner Gymnasium in Anrath zu schaffen. 40 unterschiedliche Obstbäume pflanzte die Stadt damals an, wobei es sich allesamt um Hochstämme handelt. Denn man kann nur von einer Streuobstwiese sprechen, wenn dort Hochstämme stehen, die verstreut auf einer Wiese wachsen.

Jeder Baum beansprucht dabei einen Platz von 100 bis 150 Quadratmeter für sich. Ganz wichtig: Es handelt sich allesamt um alte Sorten, die dort stehen. So gehören bei den Äpfel nunter anderem die Sorten Graue Herbstrenette und Rheinischer Winterrambour dazu. Die Doppelte Philipsbirne, die Hauszwetschge und die Mirabelle von Nancy sind weitere alte Sorten der Früchte Birnen, Zwetschgen und Mirabellen. Die Bongerte sind wenig arbeitsintensiv.

Zweimal im Jahr wird die jeweilige Wiese durch den Bauhof der Stadt Willich gemäht und ein beauftragter Landschaftspfleger führt alle drei Jahre die entsprechenden Obstbaumschnitte durch. "Zudem haben wir einige Pachtverträge mit Imkern, die auf diesen Flächen ihre Bienenkästen aufstellen", informiert Maibach. Die ökologischen Vorteile einer Streuobstwiese liegen für die Stadt auf der Hand. Hier kommen weder Dünger noch Herbizide oder Pestizide zum Einsatz.

Große Artenvielfalt

Stattdessen gibt es eine unvergleichliche Artenvielfalt, denn die Bongerte sind der Lebensraum von vielen Tieren. "Hier fühlt sich der Steinkauz wohl, man trifft auf den Grünspecht, um nur einige Vögel zu nennen. Dazu gibt es jede Menge Insekten und Schmetterlinge, aber auch Säugetiere wie den Igel", sagt Jack Sandrock, Vorsitzender der Ortsgruppe Willich vom NABU. Der NABU ist auch in Sachen Ernte aktiv. Auf einigen Streuobstwiesen erntet er nämlich. "Ansonsten darf jeder Bürger für den Eigenbedarf auf unseren Streuobstwiesen pflücken. Er muss nur sorgsam mit den Bäumen umgehen und sich vorab bei der Stadt melden, damit wir ihm sagen können, auf welchen Bongerten eine Ernte möglich ist", sagt Hormes. FRAGE DES TAGES

(tref)