1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Tönisvorst: Noch keine einfache Lösung

Tönisvorst : Noch keine einfache Lösung

Eigentlich wollte die Stadt auf einfachem Wege eine schnelle Lösung bieten: Die Anrather Straße in Vorst sollte am Altenheim eine Querungshilfe erhalten. So einfach ist das aber nicht. Der Landesbetrieb Straßen stellt sich quer.

Da die Anrather Straße eine Landstraße ist, ist der Bau einer Querungshilfe – sofern diese als erforderlich angesehen wird – eigentlich Sache des Landesbetriebs Straßen NRW. Um diese riskante Stelle aber zügig und einfach aus der Welt zu schaffen, hatten Stadt und Politik entschieden, "das machen wir selbst", erläutert Bürgermeister Thomas Goßen. Für die Realisierung der Baumaßnahme ist aber natürlich die Zustimmung des Landesbetriebs Straßen – was die inhaltliche und technische Ausgestaltung angeht – erforderlich. Und da liegt genau der Knackpunkt, wie sich jetzt beim einem Arbeitsgespräch in Mönchengladbach herausstellte.

Die Stadt legte die Pläne vor, bei zwei Punkten gab es unterschiedliche Meinungen. Zum einen sei die Barrierefreiheit nicht ausreichend gegeben, sagt Manfred Groß, beim Landesbetrieb zuständig für den Bereich Verkehr. Die Absenkungen seien zu Minimal. Zum anderen reiche die Straßenbreite von 3,25 Meter nicht aus. Mindestens 3,50 Meter müsse die Fahrbahn breit sein, da zum Beispiel auch schwere Schneepflüge durchkommen müssten, argumentiert Groß. Schließlich müsse der Landesbetrieb für die Sicherheit und die Straßenunterhaltung sorgen. Die Behörde habe der Stadt Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, die aber nicht auf prompte Zustimmung stießen.

Mit den veränderten Planungen gehen natürlich Kostensteigerungen einher. Die Stadt war von Kosten in Höhe von 38 000 Euro ausgegangen. Bei neuer Planung gehe man nach ganz grober Schätzung von einem Plus von 12 000 Euro auf dann 50 000 Euro aus, berichtet Groß.

Ein Betrag, der auch sehr schnell größer werden könne, meint Bürgermeister Goßen. Mit den veränderten Vorgaben sei die Umsetzung der Querungshilfe deutlich schwieriger. Wesentlicher Punkt sei die geforderte Fahrbahnbreite. Die Anrather Straße ist ohnehin schmal, da müsse schnell auch Geh- und Radweg verändert werden. Im Bemühen, eine einvernehmliche, vernünftige, schlichte Lösung zu finden, hat Goßen um ein Gespräch auf Leitungsebene bei der Behörde in Mönchengladbach gebeten. Einen Termin gibt es noch nicht.

Beobachtet wird das Projekt auch von den Vorster Senioren mit Argusaugen. Sie haben sich schließlich für diese Sicherheitsmaßnahme eingesetzt. Als sie von Problemen erfuhren, wollten sie spontan eine Demonstration vor dem Altenheim organisieren. Die bliesen sie aber auf Bitten der Stadt erst einmal wieder ab, um "kein Öl ins Feuer zu gießen". Das Arbeitsgespräch sollte nicht schon vorher negativ belastet werden. Frage des Tages

(RP)