Niersia Neersen wird 100 Jahre alt

Neersen : Niersia Neersen wird 100 Jahre alt und sieht Handlungsbedarf

Während einen Steinwurf entfernt auf dem Gelände der Tennisabteilung der Neersener Turnerbund zum Sommerfest eingeladen hatte, feierte Niersia Neersen 100-jähriges Bestehen.

Und der Verein machte deutlich, dass man mit 100 Jahren längst noch nicht zum „alten Eisen“ gehört. Ein paar Sorgenfalten sind aber unübersehbar.

Sowohl beim Neersener Turnerbund als auch bei Niersia Neersen hatte man schon mit deutlich mehr Besuchern gerechnet. Der traditionsreiche Neersener Fußballverein hat vor rund einem Jahr einen neuen, deutlich verjüngten Vorstand bekommen. Geschäftsführer Konstantin Waniek (29) half am frühen Vormittag beim Aufbau der Zelte, während der Vorsitzende Dominik Boochs (31) auf Mallorca zum Rückflug eincheckte. „Wir haben zurzeit rund 350 Mitglieder – zu den Glanzzeiten waren es rund 600 gewesen“, erklärte Waniek und machte damit deutlich, dass im Jubiläumsjahr Handlungsbedarf besteht. Drastisch ist vor allem der Rückgang der Frauenmannschaften, hier sank die Zahl von neun auf nur noch eine einzige.

Deutlich erfreulicher ist der Blick auf die Sponsorentafel, wo deutlich mehr Namen verzeichnet sind als noch vor einem Jahr. Der Sportverein Niersia Neersen denkt auch daran, sich breiter aufzustellen, nicht mehr so fußballlastig zu sein, sich auch dem Breitensport zu öffnen, wohl wissend, dass auch der Neersener Turnerbund bereit ist, Neuland zu betreten, um die Zukunft des Vereins zu sichern. Gelassen nahmen es die Kicker hin, dass gegen Mittag bei einem Freundschaftsspiel die einzige verbliebene Mannschaft gegen die Mannschaft vom MSV Duisburg von der Frauenbundesliga mit 0:27 denkbar deutlich unterlag.

Die Herrenmannschaft von der Kreisliga B schaffte gegen den VfL Giesenkirchen aus der Landesliga ein akzeptables 0:2, zur Halbzeit hatte es sogar 0:0 gestanden. Die Alteherrenmannschaft unterlag gegen die Ehemaligen mit 4:7; das Pikante an diesem Spiel: Einige der Ehemaligen gehören der „Eintracht Vinhoven“ an, dem Verein, der aus Niersia-Mitgliedern der 3. Herrenmannschaft hervorgegangen ist. Vorstandsmitglieder des alten und des neuen Vereins würdigten sich keines Blickes.

Abends kam Bürgermeister Josef Heyes mit einer Flasche „Bure-Korn“ als Jubiläumsgeschenk vorbei. Er dankte den Kickern für ihr Engagement und verteidigte den Kunstrasenplatz, der plötzlich bundesweit in die Kritik geraten ist: „Er muss nicht gedüngt, nicht gemäht und nicht beregnet werden, und er ist ganzjährig bespielbar“, gab Heyes zu bedenken.

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