Neujahrskonzert 2020 in der Auferstehungskirche in Willich

Neujahrskonzert : Musikalischer Feuertanz in der Willicher Auferstehungskirche

Der peruanische Pianist Vladimir Valdivia versprach für das Neujahrskonzert der Auferstehungskirche Willich ein „musikalisches Feuerwerk“.

Ein „musikalisches Feuerwerk“ hatte der peruanische Pianist Vladimir Valdivia für das Neujahrskonzert der Auferstehungskirche Willich versprochen. Ungefähr zur Hälfte war die Kirche am Sonntagabend gefüllt. In seiner Begrüßung wies Kantor Klaus-Peter Pfeifer darauf hin, dass im Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven Valdivia natürlich auch mit Werken von Ludwig van Beethoven beginnt.

Mit Beethovens Rondo op. 51 Nr. 1 gab der Pianist eine lyrische Einstimmung in sein Konzert. Es folgte das Albumblatt „Für Elise“. Behutsam und verträumt, voller Zartheit in seinem weichen Anschlag war seine Annäherung an besagte Elise. Drei Impromptus von Franz Schubert hatte Valdivia auf sein Programm gesetzt. Damit brachte er bestens bekannte Werke aus der Musik der Romantik. Melancholisch und verträumt, plätschernde Läufe, dann etwas mehr Virtuosität und auch mal Tänzerisches – so kamen seine Interpretationen daher.

Schließlich hielt er die letzten Töne der Impromptus bewusst sehr lange, so dass sich erst einmal Stille im Kirchenraum ausbreitet, bevor er dem Publikum, das er sehr gut im Griff hatte, das feine Zeichen als Erlaubnis zum Applaudieren gab.

Nach der Pause, in der es im Gemeindesaal die Gelegenheit gab, mit einem Gläschen auf das neue Jahr anzustoßen, standen weitere romantische Komponisten auf dem Programm. Mit einer einfühlsamen Interpretation inklusive einem leisen Abschluss voller Spannung präsentierte Valdivia die Nocturne in Es-Dur von Frédéric Chopin. Lyrisch und verträumt mit behutsamem Ausklang folgte die Consolation Nr. 3 von Franz Liszt. Von musikalischem Feuerwerk war da noch immer nichts zu hören, die Werke der folgenden drei spanischen Komponisten hätten noch das Versprechen einlösen können.

Die Romanza Andaluza von Enrique Granados war dafür aber auch nicht die richtige Wahl, wie es der Titel schon ahnen ließ. Isaac Manuel Francisco Albéniz entführte mit seinem Werk Cuba das Publikum in die Karibik. Tänzerisch mit einigen Temperamentsausbrüchen ging es hier zu. Die anschließende Tarantella näherte sich nun endlich mit ihrer Virtuosität dem versprochenen musikalischen Feuerwerk.

Das letzte Stück, der Feuertanz von Manuel de Falla, bot nun ein spanisch klingendes Donnerwetter im Fortissimo und war so voller Energie, dass die linke Hand die Stimmen der Rechten übertönte. Statt Feuerwerk erklangen eher Böllerbatterien. Das Publikum applaudierte kräftig. Mit seinen beiden Zugaben machte der Pianist deutlich, dass ihm die leisen Töne wohl entschieden lieber sind. Mit der Träumerei von Robert Schumann wurde dies wohltuend deutlich.

(gmk)