Neujahrsempfang: Willicher SPD stellt soziale Themen in den Vordergrund

Neujahrsempfang : Willicher SPD stellt soziale Themen in den Vordergrund

Der Neujahrsempfang der Willicher SPD war sehr gut besucht.

(barni) Während die CDU erst noch einen Bürgermeisterkandidaten aufstellen wird, haben sich die Willicher Sozialdemokraten längst für Dietmar Winkels entschieden. Der erinnerte jetzt an Folgendes: „1990 hatten wir zum ersten Neujahrsempfang eingeladen.“ Diese Idee sei dann von anderen Fraktionen aufgegriffen worden. Winkels machte mit seiner Rede deutlich, dass ihm Fairness in der Politik wichtig sei, ohne politische Inhalte aus den Augen zu verlieren.

Er war 1990 schon dabei gewesen, und er ließ sich am Freitag im Gründerzentrum blicken: Lukas Siebenkotten, der erste SPD-Bürgermeister in Willich, erinnerte mit seinem Erscheinen ungewollt an bessere Zeiten für die SPD. Der Parteivorsitzende Lukas Maaßen machte darauf aufmerksam, dass 2020 ein besonderes Jahr werde: „Da finden nicht nur die Kommunal- und die Bürgermeisterwahlen statt, in diesem Jahr feiert die Willicher SPD auch ihr 100-jähriges Bestehen.“ Maaßen hob auch ein anderes Jubiläum hervor: „Am 8. Mai 2020 jährt sich die Beendigung des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal.“ Ohne diesen Tag würde es keinen politischen Neujahrsempfang geben „und schon gar keinen der SPD“, so Maaßen. Dann kam der Parteivorsitzende auf die aktuellen Probleme zu sprechen: Er mahnte, endlich für bezahlbaren Geschosswohnungsbau zu sorgen, statt weiterhin Flächen zum Bau von Einfamilienhäusern auszuweisen. Er empfahl mehr Radverkehr statt einer Umgehungsstraße gegen den Verkehrskollaps in Schiefbahn und warb für mehr präventive Sozialarbeit als Alternative zu einem „knüppeltragenden Ordnungsdienst“.  Willich sei schließlich nicht die Bronx. Und er versprach einen fairen Wahlkampf.

Dietmar Winkels lobte Josef Heyes „für seinen immerwährenden Einsatz“ und erklärte, Vieles in Willich sei in Ordnung: „Aber auch hier gibt es einige Schwachpunkte. Unsere Aufgabe ist es, diese zu erkennen, zu benennen und in eine positive Richtung zu bringen.“ Der Bürger müsse in die Prozesse eingebunden werden. Eine Kernforderung der SPD: Bildung muss für alle Kinder und Jugendlichen kostenfrei sein. „Für uns ist das eine Frage des Wollens und nicht eine Frage der Finanzierung“, so Winkels. Er bedauerte, dass Überschüsse nicht in diesem Sinne verwendet werden, sondern in die Senkung der Gewerbesteuer fließen. Winkels äußerte sich auch zum Thema „Wohnungsbau“: „Wir müssen ihn so fördern, dass auch Normal- und Geringverdiener eine Chance haben, eine bezahlbare Wohnung zu mieten oder zu erwerben. Die Forderung, dass mindestens 50 Prozent in den sozialen, barrierefreien Geschosswohnungsbau fließen müssen, ist fester Bestandteil unseres Parteiprogramms.“ Wichtig ist für den Bürgermeisterkandidaten auch „die Rückgewinnung von Vertrauen in die Politik als Basis für das Engagement der Bürgerinnen und Bürger“.

Winkels erinnerte daran, dass Bernd-Dieter Röhrscheid sein Amt als Fraktionsvorsitzender in diesem Jahr aufgeben werde. Die Willicher SPD hat knapp 200 Mitglieder – zu Zeiten des Schulz-Effekts waren es gut 20 mehr.