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Neujahrsempfang der CDU Willich im Wahlefeldsaal in Neersen

Neujahrsempfang der CDU Willich : Der Heyes-Abschied war das Hauptthema

Josef Heyes hielt letztmals eine Rede als Bürgermeister beim CDU-Neujahrsempfang in Neersen.

Eins steht fest: Josef Heyes sprach am Sonntag zum 21. und zugleich letzten Mal als hauptamtlicher Bürgermeister auf dem CDU-Neujahrsempfang. Noch völlig offen ist, wer im September sein Nachfolger wird. Doch dieses Thema beherrschte die Gespräche beim Treffen im Wahlefeldsaal in Neersen.

Wie berichtet, hat Heyes Johannes Bäumges als künftigen Bürgermeisterkandidaten der CDU vorgeschlagen, wohl wissend, dass auch der CDU-Parteivorsitzende Christian Pakusch kandidieren möchte. Am Aschermittwoch entscheiden die Mitglieder, wer als Nachfolger von Heyes aufgestellt wird. Der SPD-Vorsitzende Lukas Maaßen drückte sich als Gast der CDU-Veranstaltung gegenüber unserer Zeitung so aus: „Uns wäre am liebsten ein Kandidat, der von den CDU-Mitgliedern mehrheitlich gewählt wurde. Was wir nicht wollen, ist ein Kandidat, der von oben bestimmt wird.“ Paul Schrömbges, vor Uwe Schummer und Christian Pakusch CDU-Parteivorsitzender, sieht die Geschlossenheit der CDU in Gefahr. „Wenn diese Geschlossenheit nicht gegeben ist, kann die CDU die nächste Bürgermeisterwahl verlieren“, meinte er.

Christian Pakusch, der das Bürgermeisteramt als „das schönste Amt der Stadt“ bezeichnete, begrüßte den Amtsinhaber mit freundlichen Worten: „Lieber Josef, schön, dass du da bist.“ Man könne Josef Heyes nicht nachsagen, dass er amtsmüde sei. Ehefrau Maria habe ihn stets unterstützt. „Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau – ich spreche da aus Erfahrung“, erklärte Pakusch nicht ganz ohne Ironie.

Dann hakte er sämtliche relevanten Themen ab, sprach über Erreichtes und noch zu Leistendes. Digitalisierung und bezahlbarer Wohnraum stehen auf der Agenda ganz oben. „Die medizinische Versorgung vor Ort muss noch verbessert werden“, forderte der Parteivorsitzende. Mehr Transparenz schafft mehr Akzeptanz: Pakusch wünscht sich mehr aktive Bürgerbeteiligung. Der Mittdreißiger weiß, dass auch bei der Versorgung mit Kurzzeit- und Langzeitpflegeplätzen noch Luft nach oben ist.

Alle CDU-Mitglieder sind angeschrieben worden, um sich für Ämter zur Verfügung zu stellen – voraussichtlich werden fünf bis sieben CDU-Ratsmitglieder im Herbst nicht erneut kandidieren. Pakusch lobte auch einen Sozi: Er freut sich, dass Willy Kerbusch nach seinem Ausscheiden als Kämmerer in diesem Jahr Geschäftsführer der städtischen Grundstücksgesellschaft bleiben wird. „Die Bundesregierung steht noch und arbeitet fleißig“, lautete der Bericht aus Berlin von Uwe Schummer. Sein Anliegen: „Europa muss noch stärker werden.“

Bürgermeister Josef Heyes blickte zurück: „Die Aufgabe hat mir immer sehr viel Freude bereitet, sie ist aber auch kräftezehrend. Außerdem habe ich die Familie zu lange vernachlässigt.“ Und: „Es hat mich gefreut, dass Johannes Bäumges sich bereiterklärt hat, für das Bürgermeister-Amt zu kandidieren.“ Als Pakusch-Fan outete sich dagegen Bernd Hannusch, beim Stadtsportbund für die Sportabzeichen zuständig. Er überreichte Pakusch das Goldene Sportabzeichen. „Das hat er in knapp zwei Stunden bei saumäßigem Wetter abgelegt“, erklärte Hannusch. Ob das ein gutes Omen ist?