Neuer Kunstrasenplatz in Willich in Betrieb genommen

Im Sportzentrum Willich : Neuer Kunstrasenplatz feierlich eröffnet

Nach sechs Monaten Bauzeit ist der Platzumbau im Sport- und Freizeitzentrum Willich abgeschlossen. Er ist mit Korkgranulat verfüllt.

Kunstrasenplätze waren in jüngster Vergangenheit trotz ihrer Vorteile gegenüber Naturrasenplätzen aus Gründen des Umweltschutzes in Verruf geraten: Kleine Plastikpartikel könnten ins Grundwasser gelangen. Im Sport- und Freizeitzentrum in Willich wurde am Sonntagnachmittag ein neuer Kunstrasenplatz von Pfarrer Rolf Klein eingesegnet. Fußballer, aber auch Vertreter von Willicher Stadtrat und Stadtverwaltung konnten das Ereignis guten Gewissens genießen: Frank Magon vom Geschäftsbereich Landschaft und Straßen der Stadt sowie der Sportamtsmitarbeiter Olaf Stark schienen den richtigen Riecher gehabt zu haben: So ist der neue Kunstrasenplatz zugleich der erste im Stadtgebiet mit Kork- statt Plastikgranulat. Bürgermeister Josef Heyes veranlasste das zu der Bemerkung, weiterhin tüchtig Sekt und Wein zu trinken und die Korken an einer Sammelstelle abzugeben.

„Wir hatten uns in Köln einen solchen Kunstrasenplatz angeguckt, wie er jetzt hier umgesetzt wurde“, sagte Frank Magon unserer Zeitung. Während es im Stadtgebiet leistungsfähige Anbieter von Fertigrasen gibt, kam der Kunstrasen jetzt von dem belgischen Unternehmen Domo Sports-Grass. Der jetzt erstmals verlegte Kunstrasen verfügt über eine Faserdichte von rund 95.000 Stück pro Quadratmeter. Die Fasern sind gerade und nicht wie sonst üblich gekräuselt. Nicht auf den Euro geschaut wurde auch bei der Beleuchtung der Spielfläche: Rund 150.000 Euro kostete die Anlage, bestehend aus sechs Masten. Zum Vergleich: Als vor einigen Jahren in Schiefbahn eine neue Beleuchtungsanlage fällig war, wurden etwa 68.000 Euro investiert. Dafür gibt es jetzt in Willich eine Strom sparende LED-Beleuchtung mit 2000 Watt je Einheit. „Die Ausleuchtung ist jetzt gleichmäßiger und wird vom menschlichen Auge als heller und angenehmer empfunden“, erklärte Frank Magon. Die Beleuchtung stammt von der Firma Horlemann.

„Dieser Platz braucht eigentlich keinen Regen“, erklärte Bürgermeister Heyes vor dem Hintergrund, dass die Besucher mit geöffneten Regenschirmen kamen. Und er erinnerte daran, dass so ein Kunstrasenplatz nicht nur nicht gewässert werden müsse, sondern dass der Pflegeaufwand deutlich geringer sei. Eine Besonderheit bei dieser Investition: Der DJK-VfL Willich hat sich mit 100.000 Euro an den Kosten beteiligt. Der Sportverein muss pro Jahr 10.000 Euro abtragen. Der Vereinsvorsitzende Helmut Frantzen erklärte, dass sich alle 13 Abteilungen mit den Fußballern solidarisch erklärt hätten und ihren finanziellen Beitrag leisten, auch wenn sie den neuen Kunstrasenplatz selber nie betreten würden. Frantzen lobte, dass alle Fraktionen an einem Strang gezogen hätten. Die Investition sei sinnvoll: „Der Platz sichert den Spielbetrieb das ganze Jahr über.“ Und:  „Wer Fußballschuhe anzieht, zieht keine Springerstiefel an.“ Helmut Frantzen dankte zwei städtischen Mitarbeitern besonders: „Er hat seine Pflichten weit über alle Maßen hervorragend erfüllt, müsste in seiner Beurteilung stehen“, erklärte der Vorsitzende über Frank Magon. Für Olaf Stark hatte er sogar einen Blumenstrauß mitgebracht, weil der nach 14 Jahren das Sportamt verlässt und ins Rechnungsprüfungsamt wechselt. Übrigens: Ab heute wird der 13 Jahre alte Kunstrasenplatz auf der Donkkampfbahn in Anrath mit dem umweltfreundlichen Kork-Granulat verfüllt. Der Fußballspaß wird dann nicht mehr durch ein schlechtes Umwelt-Gewissen getrübt.

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