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Stadt Willich: Neue Knöllchen in Willich

Stadt Willich : Neue Knöllchen in Willich

Ab kommender Woche arbeiten die Politessen mit dem computergestützten System "Politess X 600". Autofahrer erfahren per Beleg an der Frontscheibe sofort, was ihnen vorgeworfen wird und wie teuer das Falschparken war.

Bislang fanden Falschparker in der Stadt Willich – so die denn erwischt worden waren – an ihrer Windschutzscheibe lediglich einen Hinweis. Man habe "etwas" falsch gemacht und bekäme bald einen Anhörungsbogen mit näheren Angaben zugeschickt. Ab dem kommenden Montag werden Falschparker in der Stadt Willich sofort per Beleg an der Scheibe aufgeklärt, was ihnen konkret vorgeworfen wird, was das kostet und wohin das Verwarnungsgeld überwiesen werden soll.

Ein neues, computergestütztes System macht die Umstellung möglich. "Politess X 600" heißt das handliche Gerät vielsagend. Es ist mit Beweiskamera, vor allem aber mit einem Drucker ausgerüstet und so in der Lage, die gebührenpflichtige Verwarnung an Ort und Stelle auszudrucken. Die Vorteile des neuen Verfahrens liegen, so Martin Zinnel, Leiter des zuständigen Geschäftsbereichs Einwohner und Ordnung, auf der Hand. "Mit dem neuen Bescheid hinter dem Scheibenwischer haben die verwarnten Verkehrsteilnehmer die Möglichkeit, sofort zu reagieren. Entweder, indem sie sich gegen die Verwarnung zur Wehr setzen oder auch, indem sie das Knöllchen bezahlen." Der Autofahrer erfährt also sofort, was ihm vorgeworfen wird und muss dazu nicht auf den Anhörungsbogen warten.

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Das neue Verfahren ist eine Erleichterung und vor allem Beschleunigung im Verwaltungsverfahren. Bislang verliefen spontane Beschwerden der Fahrzeughalter oft fruchtlos, da dem zuständigen Sachbearbeiter der Stadtverwaltung der "Vorgang Knöllchen" erst mit erheblicher Verzögerung zuging. So war es mitunter auch nicht möglich, den Sachverhalt gemeinsam mit dem spontan anrufenden Bürger, der eben nur die wenig aussagekräftige Karte unter dem Scheibenwischer vorgefunden hatte, am Telefon zu klären.

Bei der Stadt Willich geht man davon aus, sich künftig in vielen Fällen das Verschicken der Anhörung sparen zu können – eben in den Fällen, in denen der Falschparker aufgrund des Knöllchens an der Scheibe innerhalb von zehn Tagen zahlt. Passiert dies nicht, läuft das bisher übliche Anhörungsverfahren an: Der Anhörungsbogen wird etwa 14 Tage nach Ausstellen des Knöllchens an den Halter verschickt.

Auf einen kleinen, aber vielleicht hilfreichen Nebeneffekt des neuen Verfahrens macht Willichs Pressesprecher Michael Pluschke aufmerksam. "Wer mit einem – vielleicht vom Papa – geliehenen Auto unterwegs und beim Falschparken erwischt worden ist, kann das mit dem neuen Knöllchen per zügiger Überweisung künftig diskret selbst regeln, ohne dass es daheim Post vom Amt und die entsprechenden, blöden Nachfragen gibt."

(RP)