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Neersen: Landesbauministerin Scharrenbach kommt zur Grundsteinlegung

Neubauprojekt in Neersen : Landesbauministerin kommt zur Grundsteinlegung

NRW-Ministerin Ina Scharrenbach und Landrat Andreas Coenen gaben mit Bürgermeister Josef Heyes den Startschuss für ein besonderes Wohnprojekt.

Der letzte Freitag war nicht nur ein sehr heißer Hochsommertag mit Temperaturen um 35 Grad. Er war auch Tag der öffentlichen Wohnbauförderung in Nordrhein-Westfalen. Dass Männer schwitzend in dunklen Anzügen neben einer Baugrube an der Straße „Am Huevel“ in Neersen geduldig ausharrten, hatte einen Grund: Sie warteten auf die Landesbauministerin Ina Scharrenbach (CDU). Dort entsteht nämlich ein mit rund zwei Millionen Euro gefördertes Wohnhaus mit zwei geräumigen Vier-Zimmer-Wohnungen für Familien und zehn Zwei-Zimmer-Wohnungen für junge Menschen mit Handicap.

Die Ministerin kam und freute sich: „Das wir hier einen privaten Investor haben, ist alles andere als selbstverständlich.“ Sie erwähnte den Förderzuschuss von rund zwei Millionen Euro und einen staatlichen Tilgungszuschuss. Landrat Andreas Coenen (CDU) beliebte zu scherzen: „Wir im Rheinland haben etwas Preußisches – wir tragen sogar bei 35 Grad Sakko und Krawatte.“ Wichtiger noch als ein korrektes Outfit: „Die Wohnungsbaugesellschaft des Kreises fördert derzeit den Bau von 214 Wohnungen im Kreis.“ Willichs Bürgermeister Josef Heyes (CDU) klagte mit einem Augenzwinkern: „Wir haben jetzt kaum noch Baugrundstücke in Willich.“

So soll das Gebäude Am Hüevel einmal aussehen. Foto: Schrammen Architekten BDA

Der Immobilienunternehmer Peter Thunnissen (66) aus Meerbusch und seine Frau Birgit (50) hatten das Projekt angestoßen. Ihre Tochter Sophia (20) leidet am Smith-Magenis-Syndrom. Sie hatte eine Förderschule in Mönchengladbach besucht. Dort sind Freundschaften entstanden und zehn der jungen Leute mit geistiger Behinderung können bald in Neersen unter einem Dach leben. Architekt Burkhard Schrammen aus Mönchengladbach merkte man an, dass er sehr viel Herzblut in das Projekt gesteckt hat. Und er weiß, dass es längst nicht selbstverständlich ist, dass Anwohner nicht im Vorfeld gegen solch ein Haus mobil machen. Für ihn macht das Wohnprojekt den gesellschaftlichen Wandel von der Abgrenzung hin zur Inklusion sichtbar. Am Freitag waren neben Nachbarn auch etliche künftige Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Eltern zur offiziellen Grundsteinlegung gekommen. Was auffällt: Die Baugrube umfasst beinahe das gesamte Grundstück. Entstehen wird ein modernes, weißes barrierefreies zwei- beziehungsweise dreigeschossiges Wohnhaus mit Flachdach.