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Nabu-Aktion Stunde der Wintervögel: Ein Zählungs-Protokoll aus Willich

Nabu-Aktion : Stunde der Wintervögel – ein Protokoll aus Willich

Der Nabu hat bundesweit unter dem Titel „Stunde der Wintervögel“ zur Zählung der Vögel im eigenen Garten aufgerufen. Als neugieriger Gartenbesitzer will man es dann doch mal genau wissen: Wer treibt sich eigentlich zwischen den Beeten herum?

Der Nabu hat bundesweit unter dem Titel „Stunde der Wintervögel“ zur Zählung der Vögel im eigenen Garten aufgerufen. Als neugieriger Gartenbesitzer will man es dann doch mal genau wissen: Wer treibt sich eigentlich zwischen den Beeten herum? Und wie viel? Also wird es Zeit für eine Inventur.

Der Garten ist am Sonntagmorgen – vom Wetter abgesehen – bestens vorbereitet: Im Vogelfutterhaus sind die Bestände an Gerstenkörnern und Sonnenblumenkernen aufgestockt worden, der Meisenring ist noch recht frisch und der Nistkasten ist noch wie frisch nach dem Kauf und wartet auf neugierige Vögel für den Erstbezug. Außerdem lockt in Nachbars Garten eine weitere Futterstation diverse Piepmätze an.

8.30 Uhr:  Ab jetzt läuft die Zeit. Eine Stunde lang werden nun alle Vögel gezählt, die zu sehen und zu hören sind. Denn auch das erlaubt der Nabu für eine Zählung. Und schon kann bei der Inventur der erste Strich gemacht werden: Nahe des Gewächshauses meckert eine Amsel ber den Regen.

8.31 Uhr: Der erste Vogel, der sich wirklich zeigt, is eine Kohlmeise. Ihr Aufenthalt ist kurz; nach einer kurzen Zwischenlandung zieht es die Meise weiter.

8.35 Uhr: Ncht zu sehen, aber zu hören: Irgendwo schnattert eine Stockente. Auch die wird erfasst. Denn: Es geht bei der Nabu-Aktion nicht nur um Singvögel.

8.41 Uhr: Eine Kohlmeise schießt im Tieflug quer über den Garten hinweg. Ein zweiten Strich bei „Kohlmeise“ gibt es aber dennoch nicht, denn, so will es der Nabu, mehrere Striche bei der Zählung gibt es bitte nur, wenn mehrere Vögel gleichzeitig wahrgenommen werden.

8.50 Uhr: Jetzt gib es doch den zweiten Strich in der Abteilung Kohlmeise: eindeutig ist eine zu sehen, eine andere zu hören.

8.57 Uhr: Nach sieben langweiligen Minuten zeigt sich immerhin ein Eichhörnchen. Nett anzusehen, aber eben kein Vogel.

8.59 Uhr: Auf dem First der Nachbarn lassen sich zwei Ringeltauben nieder. Die dürfen auch gezählt werden, weil sie immerhin vom eigenen Garten aus sichtbar sind.

9.03 Uhr: Eine Viererbande von Dohlen vertreibt die Tauben vom Dach der Nachbarn. Vier Striche auf einmal freuen das Vogelzähler-Herz.

9.04 Uhr: Jetzt macht sich nahezu Hektik breit. Die vier Striche bei den Dohlen sind gerade ers gemacht, da beginnt im Beet ein Rotkehlchen zu singen. Das wiederum wird jäh unterbrochen vom Gekrächze einer Elster, die ssich bei den Nachbarn im Baum niederlässt.

9.10 Uhr: Langeweile macht sich langsam wieder breit. Bis hierhin hat im Übrigen nicht ein Vogel eine der Futterstationen oder einen sicheren Unterschlupf genutzt. Und das liegt bestimmt nicht daran, dass irgendwer lärmend und bunt gekleidet durch den Garten wandert. Um es vorweg zu nehmen: Es wird in den letzten 20 Minuten der Zählung so bleiben.

9.27 Uhr: In der Sekunde, in der der Block demotivierend zugeklappt wird, zeigt sich doch tatsächlich noch ein Mäusebussard.

9.30 Uhr: Endergebnis: vier Dohlen, zwei Ringeltauben, zwei Kohlmeisen, ein Rotkehlchen, ein Mäusebussard, eine Elster, eine Stockente, eine Amsel. Das klingt einerseits nach einer buten Mischung, aber nicht unbedingt nach dem wahnsinnig Bunten treiben. Schieben wir es einfach mal aufs Wetter...

(buer)