Stadt Willich: Musikkorps spielte für guten Zweck

Stadt Willich: Musikkorps spielte für guten Zweck

Mit militärischer Pünktlichkeit, mit dem "Glockenschlag acht", wie Bürgermeister Josef Heyes anmerkte, begann das Benefiz-Konzert des Musikkorps der Bundeswehr in der Jakob-Frantzen-Halle. Der Abend gehörte zu den Feierlichkeiten zu "1000 Jahre Anrath". Sieht man einmal von einigen vorzüglich gespielten Märschen ab, war das Programm ganz unmilitärisch aufgebaut, wobei das symphonische Blasorchester zugleich seine Vielseitigkeit unter Beweis stellte. Im ersten Teil dominierte symphonische Romantik in vorzüglichen Arrangements.

Nicht auf der Bühne begann das Konzert. Von entgegen gesetzten Ecken des Saales erschallten Fanfaren aus Richard Wagners Oper Lohengrin. Mit "Morgenlied und Aufzug der Heere" wurde das Programm eröffnet. Und wie es sich für einen Aufzug gehört: er kommt aus der Ferne heran. So näherten sich die Trompeter allmählich der Bühne und ergänzten den imposanten Klangkörper. Umrahmt von den brillant gespielten Märschen "Wir präsentieren" und "An der Lisaine" erklang die 1924 uraufgeführte opulente symphonische Dichtung "Pini di Roma" von Ottorino Resphigi. Da man diesem Werk, in dem der Komponist auch Nachtigallen-Gesang von der Schallplatte vorsieht, heute nur noch selten begegnet, waren die sachlich-informativen Erläuterungen des umsichtig agierenden Dirigenten Walter Ratzeck fürs Verständnis nützlich.

Melodien aus Musical und Film bildeten den Schwerpunkt des zweiten Teils mit Medleys aus Leonard Bernsteins "West Side Story" und Martin Böttchers musikalischem Beitrag zur Winnetou-Verfilmung. Die heißen Rhythmen und die opulenten musikalischen Träumereien wurden ebenso kompetent vorgetragen wie die Symphonik im ersten Teil.

Als kürzlich ein Marsch Gegenstand eines Kompositionswettbewerbs war, beteiligten sich auch Mitglieder dieses Ensembles mit Einsendungen. Schlagzeuger Sebastian Middel wurde erster Sieger. Von seinen kompositorischen Fähigkeiten kündete der "Marsch der Reservisten".

Dank der Vermittlung durch den Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer gelang es, das Bundeswehr-Musikkorps nach Willich zu holen und zum Verzicht auf ein Honorar zu bewegen. Die Einnahmen des Benefizkonzerts in Höhe von 4000 Euro gehen an die Dr.-Gottfried und Sophie Kricker-Stiftung, die sich die Förderung der Bildung junger Menschen aus Anrath zum Ziel setzt. Den 500 Zuhörern gefiel die Veranstaltung. Als Zugabe hörten sie Johann Strauß' Vaters Radetzky-Marsch.

(RP)