1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Stadt Willich: "Modernisierung 2.0" für die Verwaltung

Stadt Willich : "Modernisierung 2.0" für die Verwaltung

Es soll keine grundlegende Verwaltungsreform werden, sondern eine "Modernisierung 2.0" als Aktualisierung und Weiterentwicklung der Verwaltungsreform 1996/1997 - dieses Ziel stellte die Verwaltung den Willicher Ratsmitgliedern vor.

Der Hintergrund: Im März hatten Ratsvertreter und Verwaltungsmitarbeiter in einem Workshop eine Standort-Bestimmung vorgenommen. Entsprechen die vor 20 Jahren erfolgten Veränderungen noch den heutigen Erfordernissen modernen Verwaltungshandelns, und an welchen Stellen besteht Anpassungs- und Veränderungsbedarf? Das Ergebnis: Es bestand "Einigkeit darüber, dass unter anderem durch die jahrelange Praxis und der Wechsel handelnder Personen grundlegende Dinge etwas in Vergessenheit geraten sind oder als selbstverständlich (nicht als Errungenschaft) angesehen werden", so die Vorlage. Dazu müssten gesellschaftliche und technische Veränderungen neu berücksichtigt werden. Daher sollten die vorhandenen Strukturen unter der Überschrift "Modernisierung 2.0" überprüft werden. In ihrer Vorlage definiert die Verwaltung als Ziele: Bürgeranliegen als zentrale Herausforderung verankern; Qualität zur Richtschnur machen; alles tun, damit das gegenseitige Vertrauen von Bürgern, Rat, Verwaltung und intern wächst; das Verwaltungshandeln transparenter und flexibler machen; Handlungsspielräume (zurück-)gewinnen.

Grundlage des Modernisierungsprozesses ist ein vom Projektmanagement erarbeitetes Handbuch. In der Präambel wird betont, dass es sich um eine gemeinsame Aktion von Politik und Verwaltung handelt - und um eine Fortführung des Projektes 1996/1997. Mit der damaligen Reform habe sich Willich den Handlungsspielraum für eine Modernisierung bewahrt und sei in vieler Hinsicht Vorreiter für modernes Verwaltungshandeln gewesen. Über das jetzige Projekt soll das Wissen gezielt an eine neue Generation weitergegeben und durch sie weiter entwickelt werden. Es soll aber keine Kopie des alten Reformprojektes sein.

Die Partner haben sich auch Projektspielregeln gegeben - dazu gehört, dass die Fraktionen keine Anträge zu den Projektthemen stellen, dass es größtmögliche Transparenz geben soll und eine Umsetzungsgarantie der Beschlüsse. Dabei dürfen die Rechte des Rates, des Bürgermeisters und des Personalrats nicht beschnitten werden. Hinsichtlich der politischen Vertreter ist es auch möglich, sachkundige Bürger in die Teams einzubinden. Als Zeitfenster ist definiert, dass das Projekt bis zum 21. März 2017 laufen soll. Die Teams sollen nach den Sommerferien ihre Arbeit aufnehmen und das Projekt soll in den normalen Geschäftsbetrieb eingebunden werden. Rat und Verwaltung sollen aktiv mitarbeiten und auch die künftige Führungsriege soll eingebunden werden, um die Übergabe sicher zu stellen.

Der Rat stimmte den Modernisierungszielen und der Organisationsstruktur zu.

(djm)