1. NRW
  2. Städte
  3. Willich

Mit Pia Rommerskirchen hat die Kolpingschule Willich eine neue Leiterin.

Schulleiterin Pia Rommerskirchen : Der Schulweg ist länger geworden

Mit Pia Rommerskirchen hat die Kolpingschule Willich eine neue Leiterin. Die Rektorin möchte den Kindern eine Schule zum Wohlfühlen bieten.

„Ich habe mich wirklich gut eingelebt.“ Das ist das Fazit von Pia Rommerskirchen nach dem ersten Monat an ihrer neuen Wirkungsstätte, der Kolpingschule Willich. Dabei gibt es von der 58-Jährigen ganz viel Lob für die Kollegen und Eltern ihrer Grundschüler, die sie herzlich aufgenommen haben. Die Waldnielerin ist die neue Leiterin der Grundschule im Herzen von Willich.

„Alles, was mir persönlich für eine Grundschule sehr wichtig ist, habe ich in Willich angetroffen. Hier wird mit gegenseitigem Respekt miteinander umgegangen. Es werden neben dem schulischen Lernen Werte vermittelt, und es herrscht ein freundliches Miteinander. Es ist eine Schule zum Wohlfühlen. Ich möchte alles in dieser Form bewahren“, betont Rommerskirchen.

Auch das offene Ganztagsangebot bezeichnet sie als gut aufgestellt. Die Kolpingschule bietet viele verschiedene Arbeitsgemeinschaften an, darunter auch etliche sportliche und musikalische Angebote, die Rommerskirchen als wichtig für die Entfaltung von Kindern beschreibt. Erziehung gehört in ihren Augen ins Elternhaus. „Wir tragen zwar ebenfalls Verantwortung für die Kinder und unterstützen bei der Erziehung. Das ist alleine dem Hintergrund geschuldet, dass die Kinder über viele Stunden bei uns sind. Aber die Bezeichnung ,zweites Zuhause’ würde ich nicht verwenden. Daheim ist daheim“, sagt sie.

Ihr selbst liegt es am Herzen, dass Schule ein Raum ist, in dem sich Kinder entfalten können, ernst genommen werden und sich wohlfühlen. Ein klarer Rahmen für ein vernünftiges Lernen und eine Basis für die weitere schulische Ausbildung sollen geschaffen werden, wozu auch die Wertevermittlung gehört. „Ich möchte, dass sich die Kinder gerne an ihre Grundschulzeit zurückerinnern. Sie sollen das Gefühl haben, dass wir für sie da sind und ihnen viel mit auf den Weg geben“, betont Rommerskirchen.

Dass sie Lehrerin werden wollte, war ihr schon in der Grundschule klar. Die eigene Grundschullehrerin inspirierte sie dazu. „Sie war so vorbildlich, und ich wollte so werden wie sie“, erinnert sich die Schulleiterin. In Lank-Latum geboren, wuchs Rommerskirchen in Mönchengladbach auf, wo sie auch ihr Abitur machte. Das Studium folgte in Duisburg, und für das erste Referendariat ging es nach Büttgen. Aufgrund der damaligen Lehrerschwemme sah es mit den Stellen nicht rosig aus. In Nümbrecht im Oberbergischen Kreis trat die frisch gebackene Lehrerin ihre erste Stelle an. Nach einem Jahr ging es zurück in die Heimat.

Der Umzug mit der Familie nach Waldniel brachte den Wunsch einer Stelle am neuen Heimatort mit sich. Die Waldnieler Grundschule wurde für 22 Jahre die neue Arbeitsstelle. „Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt, aber in mir reifte der Wunsch, Schule mitzugestalten und noch einmal etwas Neues zu wagen“, sagt Rommerskirchen, die die entsprechenden Weiterbildungen startete. Als dann für die Kolpingschule in Willich eine neue Schulleiterin gesucht wurde, fuhr die Waldnielerin einfach einmal vorbei, schaute sich die Schule an, war begeistert und bewarb sich.

Am 1. Februar ging es nun los. Wobei nach fünf Tagen ein erster Sturm ins Haus stand: Sturmtief „Sabine“ kündigte sich an, und Rommerskirchen fuhr samstags in die Schule, um Lehrer und Eltern darüber zu informieren, dass am Montag die Schule ausfallen würde. Sie mailte und telefonierte. Das Ergebnis: Am besagten stürmischen Montag kam niemand zur Schule.

Das für sie erste IT-Investitionsgespräch mit Kollegen und Vertretern der Stadt Willich zeigte den Weg in Richtung Digitalisierung auf: Die Kolpingschule soll Beamer für die verschiedenen Klassen erhalten. Ein Medienkompetenztraining für das gesamte Kollegium stand ebenfalls schon an. Etwas hat sich für Rommerskirchen stark verändert – und das ist der Schulweg. Früher konnte sie zu Fuß zur Schule gehen, jetzt fährt sie mit dem Auto, und es heißt, eine halbe Stunde früher aufstehen. Das macht der Waldnielerin aber nichts aus, da sie eine Frühaufsteherin ist. „Ich bin gern früh in der Schule, weil ich dann viel Organisatorisches erledigen kann, bevor der eigentliche Schultag losgeht und ich für meine Kollegen und Schüler da bin“, sagt Rommerskirchen.