Neersen: Mit dem grünen Gottesdienst in die Ferien

Neersen : Mit dem grünen Gottesdienst in die Ferien

Zu einem Gottesdienst im Grünen lädt die evangelische Emmaus-Kirchengemeinde für den 7. Juli ein. Treffpunkt ist die Wiese neben dem Glockenturm der Friedenskirche in Neersen.

„Das ist sehr schön und passt hervorragend“, bemerkt Annika. Auch von Seiten der anderen sechs Frauen, die zusammen am Tisch im Gemeindesaal der evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde sitzen, gibt es Zustimmung. Elke, die gerade das Gedicht „Glauben heißt Vertrauen“ von Jörg Zink vorgetragen hat, lächelt. „Das Gedicht ist mir irgendwie im Job unter die Füße geraten. Ich wollte es eigentlich für die Konfirmandenarbeit nutzen, aber ich denke, es eignet sich auch gut für unseren Gottesdienst im Grünen“, bemerkt sie. Von Pfarrer Michael Haarmann kommt indes eine weitere Idee. Er legt den mit Emojis versehenen Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“ auf den Tisch. Trotz der Piktogramme erkennen alle den Psalm sofort. „Auf die Sitzplätze gelegt und zum Mitnehmen gedacht, wäre dies auf jeden Fall eine tolle Sache“, bemerkt Edith.

Dann geht es weiter mit den Überlegungen, wie der traditionelle Gottesdienst im Grünen, den die Emmaus-Kirchengemeinde seit Jahren immer am letzten Sonntag vor den Sommerferien anbietet, weiter ausgestaltet werden könnte. Was 2007 zum ersten Mal stattfand, damals allerdings im Willicher Begegnungszentrum Krumm, hat sich zu einer festen Tradition entwickelt. Es soll nicht nur ein Gottesdienst im Grünen sein, sondern gleichzeitig gehört auch ein Reisesegen dazu.

„Die Idee ist mir damals gekommen. Es war meine Absicht die Menschen vor den großen Ferien noch einmal zusammen zu bringen. Menschen brechen auf, um zu reisen oder daheim gemeinsam Ausflüge zu unternehmen, also bat sich zudem ein Reisesegen an. Es ist zudem die Zeit, in der Gemeindegruppen und –kreise in die Sommerpause gehen. Alles Gründe, zuvor einmal an einem anderen Ort für den Gottesdienst zusammen zu kommen und in diese besondere Ferienzeit zu starten“, sagt Michael Haarmann.

Es sollte allerdings kein Gottesdienst in der Kirche werden, sondern er sollte unter freiem Himmel, mitten in der Natur stattfinden. Was im Außengelände vom Krumm startete, verlagerte sich ab dem dritten Angebot auf die Wiese neben dem Glockenturm vor der Neersener Friedenskirche. Von Anfang an war es dabei so, dass eine Arbeitsgruppe zusammen mit dem Pfarrer den Gottesdienst vorbereitete und gestaltete, wobei jedes Mal ein anderes Thema in den Mittelpunkt rückte.

In diesem Jahr dreht sich so alles um das Vertrauen. Das Thema wurde in Anlehnung an den 37. evangelischen Kirchentag ausgewählt. Dort heißt es in diesem Jahr „Was für ein Vertrauen“. Innerhalb der Arbeitsgruppe, die sich jedes Jahr neu zusammenstellt, haben sich derweil noch mehr Ideen für Texte, Lesungen und Gebete rund um das Thema angesammelt. Die acht Frauen und der Pfarrer überlegen, strukturieren und besprechen Abläufe.

Musik gehört ebenfalls dazu. Die Emmaus Kantorei wird mit von der Partie sein. Der Gottesdienst im Grünen mit dem sich anschließenden Reisesegen wird aber nicht nur gemeinsam gestaltet, sondern auch gemeinsam am 7. Juli zelebriert. „Es ist ein durch und durch gemeinsames Werk“, betont Michael Haarmann.

In diesem Jahr gehören zu der besonderen Gottesdienstvariante zudem vier Taufen.  Die praktischen Vorbereitungen wie Stühle und Bänke auf die Wiese stellen, laufen genauso gemeinschaftlich ab. Zudem kümmert sich eine weitere Gruppe um den Imbiss, zu dem alle Besucher im Anschluss eingeladen sind. „Man bleibt zusammen, isst etwas und erzählt. Es ist immer sehr schön. Der Gottesdienst an sich hat eine besondere Atmosphäre. Es ist irgendwie gemeinschaftlicher als sonst und die Natur tut das übrige hinzu“, sagt Yvonne. Und sollte das Wetter einmal nicht mitspielen, so bedeutet das keinen Ausfall. Vielmehr geht es dann von der Wiese in die Kirche.

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