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Metallbauer in Willich losgesprochen

Willich : Mehr Azubis im Schlosser-Handwerk

Gleich 24 Lehrlinge konnte jetzt die Innung für das Metallhandwerk Krefeld-Kreis Viersen lossprechen.

Zufriedene Gesichter waren am Freitagabend bei der Lossprechung der Metallbauer in der Willicher Gaststätte Krücken zu sehen. Das galt nicht nur der sehr guten Prüfungsquote von 100 Prozent. Alle 24 Metallbauer der verschiedenen Fachrichtungen hatten bestanden. Mit den zwei Dutzend Prüflingen ist die Zahl der Auszubildenden im Schlosser-Handwerk gestiegen. „Wir halten die Ausbildungszahlen im Handwerk derzeit nicht nur konstant, sondern konnten in einigen Bereichen ein Plus an Lehrlingen verzeichnen. Der Metallbau gehört dazu. Aktuell haben wir allein vier Grundkurse mit Azubis“, sagte Michael Holtschoppen vom Bereich Lehrlings- und Prüfungswesen der Kreishandwerkerschaft Niederrhein. Es werden aber weiterhin Lehrlinge gesucht, da die Auftragsbücher der Firmen voll sind und Nachwuchs dringend benötigt wird.

Immer noch in der Unterzahl sind die Frauen in diesem Beruf. „Dabei haben wir sehr gute Erfahrung mit weiblichen Auszubildenden gemacht. Sie waren immer sehr gut“, betonte Leo Jürgens, Obermeister der Innung für das Metallhandwerk Krefeld-Kreis Viersen. Generell wird innerhalb der Innung von einer gelungenen Imagekampagne für das Handwerk gesprochen.

Dass seine Berufswahl die richtige war, kann Roman Koenen nur bestätigen. Der Kempener schnitt als Lehrgangsbester ab. „Ich habe ein Praktikum beim Kempener Unternehmen Stelzer gemacht und war begeistert. Es folgte die dreieinhalbjährige Ausbildung im gleichen Betrieb. Es ist ein toller Beruf mit vielen Möglichkeiten. Ich wurde übernommen und werde ab dem Sommer meinen Techniker in der Abendschule auf meine Ausbildung setzen“, berichtet der 20-Jährige, der nach dem Realschulabschluss mit Qualifikation direkt die Lehre zum Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik startete.

Nicht weniger begeistert ist Mehmet Ceviriciözü, der ebenfalls in Richtung Konstruktionstechnik ging. Der Willicher stieg ebenfalls über ein Praktikum in den Beruf ein. „Das Schöne an meinem Beruf ist, dass ich sehe, was ich baue – das fertige Produkt bis hin zum Endergebnis“, sagt der 24-jährige Willicher, der beim Willicher Unternehmen Hess lernte und dort auch weiterarbeiten wird. Sein Ziel ist es, zunächst einmal Berufserfahrung zu sammeln. Das Weitere in Sachen Fortbildung ergebe sich dann, meint der Metallbauer.

Wie groß die Handwerkerschaft ist und welche Bedeutung das Handwerk einnimmt, machte Marc Peters, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, deutlich. Der Verband vertritt die Interessen von rund 14.500 Betrieben in den Regionen Krefeld, Kreis Viersen und Rhein-Kreis Neuss. Etwa 50.000 Mitarbeiter sind in diesen Betrieben beschäftigt. Ständig werden dabei 3750 Lehrlinge in den Innungen ausgebildet. Die Unternehmen erwirtschaften einen Gesamtumsatz von gut 5,3 Milliarden Euro pro Jahr. „Der Slogan der Handwerkskampagne stimmt: Das Handwerk ist die Wirtschaftsmacht von nebenan“, betonte Peters. Wer sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheide, treffe die richtige Entscheidung, fügte er hinzu.