Stadt Willich: Mehr Vergangenheit für alle

Stadt Willich : Mehr Vergangenheit für alle

Die Stadt Willich hat den Heimatverein Schiefbahn gebeten, sich allen Schulen aus dem Stadtgebiet mehr zu öffnen. Und nun gehen die Heimatfreunde in die Offensive.

Bislang kamen zumeist nur Schiefbahner Schüler mit dem Fundus des Heimatmuseums im alten Oetker-Park am Gymnasiums St. Bernhard in Berührung. Das Projekt "Vom Korn zum Brot" läutet nun eine neue Ära in der Arbeit der Heimat- und Geschichtsfreunde Schiefbahn ein.

Die Kinder sollen lernen, wie Landwirtschaft Anfang des vergangenen Jahrhunderts oder zur Jugendzeit ihrer Großeltern funktionierte. "Dazu zeigen wir ihnen alte landwirtschaftliche Maschinen", sagt Christoph Macke, der sich als Schulwart des Vereins vornehmlich um die Organisation der Führungen kümmert. Egge, Pflug und Co. seien den Kindern meist fremd. "Heutzutage geschieht alles mit großem Gerät. Da sieht man die einzelnen Arbeitsvorgänge häufig gar nicht mehr", sagt Schulwart Macke.

Wenn er sich zum Beispiel mit den dritten Klassen der Kolpingschule aus Willich zum Außengelände des Heimatmuseums aufmacht, seien die Kinder stets sehr interessiert. "Die Resonanz ist positiv", sagt der Vereinsvorsitzende Ernst Kuhlen. Man hatte zunächst alle Schulleiter aus der Stadt Willich — gewohnt heimatverbunden — zu einer niederrheinischen Kaffeetafel eingeladen, um sie in die Pläne einzuweihen. Derzeit sind die kleinen Zeitreisen für Grundschulen jedoch die einzige Möglichkeit, das Heimatmuseum zu nutzen. Die Kellerräume des Gymnasiums St. Bernhard werden saniert. Und auch "Kamps Pitter", der ehemalige Schießstand des Oetker-Parks, in dem normalerweise große Teile des Fundus untergebracht sind, befindet sich weiterhin im Umbau. "Wir sind recht weit", sagt Kuhlen. "Der nächste Schritt ist eine neue Decke." Rund 40.000 Euro seien mittlerweile verbaut worden.

Vor dem Umbau hatte das Heimatmuseum nur jeden zweiten Sonntag im Monat seine Pforten geöffnet. "Das Konzept werden wir überdenken", versichert Kuhlen. Die Besucherresonanz sei häufig nicht sehr groß gewesen.

Im Frühjahr 2010 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. In "Kamps Pitter" würden dann Wanderausstellungen untergebracht, um den Besuchern dauerhaft mehr Exponate zeigen zu können. "Außerdem wird im Eingangsbereich ein Zimmer eingerichtet, das originalgetreu Wohnen um 1900 darstellt", sagt Kuhlen. Und dann sollen Schulen aus der ganzen Stadt in den Genuss der Vergangenheit kommen.

(RP)
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